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Hamburg reformiert Rettungssanitäter-Ausbildung

15.05.2006, 10:04 Uhr

Nach den Vorgängen um den massiv in die Kritik geratenen Hamburger Ausbildungsanbieter Medicent e.V. nimmt sich nun die Politik des Themas an. Nachdem eine Reihe von ehemaligen Auszubildenden des Vereins bei der Hamburger SPD und Bündnis 90/Die Grünen GAL um Hilfe baten, wurden die Volksvertreter aktiv. In parlamentarischen Initiativen versuchen die Parteien, die Behörden zum Handeln gegen die dubiosen Ausbildungsangebote von Medicent zu bewegen. So wollte z.B. die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Tanja Bestmann (Foto), in einer Kleinen Anfrage wissen, „welche Maßnahmen der Senat bzw. die Innenbehörde unternimmt, um die Öffentlichkeit über die mangelnde Ausbildungsqualifikation der Firma Medicent zu informieren?“ Die Spitzenpolitikerin der GAL, Antje Möller, stellte fest, dass die Firma Medicent durch Medienveröffentlichungen und Gerichtsverfahren in die öffentliche Kritik gekommen sei, „weil sie den Mangel an Ausbildungsplätzen in Hamburg ausnutzt und Jugendlichen wertlose Ausbildungen zum Rettungssanitäter zu überteuerten Kosten verkauft.“ In einer mündlichen Fragestunde der Bürgerschaft erkundigte sich Möller zudem nach den nur sehr schleppenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den Verein.

Ein Gutes könnte der Trubel um Medicent e.V. jedoch haben: Alle in der Bürgerschaft vertretenden Parteien wollen nun an einem Strang ziehen, um zukünftige unseriöse Geschäftemacherei zu vermeiden. „Die von der GAL geforderte Hamburgische Verordnung für die Ausbildung von Rettungssanitätern/Rettungssanitäterinnen wird als interfraktioneller Antrag von CDU, GAL und SPD gemeinsam beantragt werden“, erklärt Harald Krüger, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion und Vorsitzender des Gesundheitsausschusses. Zukünftige Auszubildende zum Rettungssanitäter dürfen sich über diese politische Harmonie freuen. (F. Sommer)

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