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Hightech-Medizin auf 12.000 m Flughöhe

30.10.2009, 09:30 Uhr

Fotos: Rega

Mobile Herz-Lungen-Maschine an Bord des Rega-Jets

Herkömmliche Herz-Lungen-Maschinen, wie sie in Kliniken bei Herzoperationen verwendet werden, sind zu groß und mit einem Gewicht von rund 250 kg zu schwer, um sie in Flugzeugen während des Transportes von Patienten mit schwerst eingeschränkter Herz-Lungen-Funktion einzusetzen. Dem Innovationsgeist der Kardiotechniker des Herz-Zentrums Bodensee sowie der Sorin Group, Hersteller von Herz-Lungen-Maschinen, ist es jetzt zu verdanken, dass dieses Problem der Vergangenheit angehört. Zum ersten Mal ist die mobile Herz-Lungen-Maschine Life-Box auf 12.000 m Flughöhe erfolgreich zum Einsatz gekommen und hat die Feuertaufe bestanden.

Eine 35-jährige deutsche Touristin war am Montag in der kroatischen Stadt Knin an schwerem Lungenversagen erkrankt. Das örtliche Krankenhaus verfügt nicht über die nötige Herz-Lungen-Maschine und eine Verlegung in das rund 100 km entfernte Zagreb war aufgrund des kritischen Zustandes der jungen Frau nicht möglich. In der Nacht zum Dienstag traf die fünfköpfige Medical-Crew des Ambulanzjets in dem kleinen kroatischen Spital ein. Ausgerüstet mit der mobilen Life-Box inklusive dem nötigen Zusatzequipment wie Ultraschallgerät zur Lagekontrolle der eingelegten Katheter sowie Laborgeräte für Blutanalysen, schlossen die Mediziner die junge Frau zur Stabilisierung sofort an die mobile Herz-Lungen-Maschine an. Der rund zweieinhalbstündige Flug nach Deutschland verlief ohne Probleme. Am Dienstagmorgen um 8 Uhr landete der Challenger der Rega auf dem Flughafen Köln-Bonn, wo neben einem Intensivmobil der Kölner Berufsfeuerwehr auch Blutkonserven für die Patientin bereitgehalten wurden, die noch an Bord des Rega-Jets transfundiert wurden. Zur weiteren Versorgung transportierte man sie in die Universitätsklinik. Nach der Übergabe durch die flugbegleitenden Ärzte hatte sich der Zustand der Patientin am Dienstagabend weiter stabilisiert.

Stumpf + Kossendey Verlag, 2020
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