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Hilfsorganisationen bald ohne Helfer?

13.09.2012, 09:41 Uhr

Fotos: N.J. Weber

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Symposium zum Ehrenamt im Bevölkerungsschutz

Zum Thema „Hilfsorganisationen bald ohne Helfer?“ waren am 10. und 11. September 2012 Vertreter aller Hilfsorganisationen, des Technischen Hilfswerks, der Feuerwehr sowie Vertreter der Bereiche Politik, Wissenschaft und Gesellschaft im Bärensaal in der Senatsverwaltung für Inneres und Sport in Berlin versammelt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange von der Universität Witten/Herdecke wurde die zukünftige Rolle des Ehrenamts im deutschen Bevölkerungs- und Katastrophenschutz im Lichte der gesellschaftlichen Veränderungsprozesse diskutiert. Problematisiert wurde die Tatsache, dass ein starker Rückgang an ehrenamtlichen Helfern zu verzeichnen ist.

Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange, Inhaber des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Sicherheitsforschung und Sicherheitsmanagement an der Universität Witten/Herdecke, bekräftigte Dr. h.c. Rudolf Seiters (Bundesminister a.D. und DRK-Präsident) die Wichtigkeit des Ehrenamts für die Gesellschaft. Dem pflichteten auch Senator Frank Henkel in seiner Begrüßung und Norbert Seitz (Abteilungsleiter Krisenmanagement im Bundesministerium des Innern) in seinem Vortrag zur Rolle des Ehrenamts für die Gesellschaft bei. Dr. Andreas Pagiela moderierte das Podiumsgespräch zwischen den Bundestagsmitgliedern Dr. Konstantin von Notz (Bündnis 90/Die Grünen), Gerold Reichenbach (SPD) und Florian Bernschneider (FDP) zur politischen Perspektive auf das Ehrenamt. Der Umgang mit den Auswirkungen des demografischen Wandels sorgte ebenfalls für Diskussionsstoff. Prof. Dr. Gerhard Naegele (Institut für Gerontologie an der TU Dortmund) sieht großes Potenzial in den „jungen Alten“ für den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Dem stimmte auch Dr. Thieß Petersen von der Bertelsmann-Stiftung zu: „Es wird bald Konkurrenz um die ,jungen Alten’ geben, denn auch die Unternehmen in der Wirtschaft werden auf diese Gruppe abzielen. Insgesamt werden die Humanressourcen für den Bevölkerungsschutz zurückgehen und damit auch der Bevölkerungsschutz selbst.“ Dr. Wolfram Geier (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) sieht damit die Frage nach der Zukunft des Ehrenamts auch an eine Grundsatzfrage gekoppelt: „Welchen Bevölkerungsschutz wollen wir, müssen wir und können wir uns leisten?“

Am Folgetag wurde die Sichtweise der im Bevölkerungsschutz aktiven Organisationen sowohl durch Vorträge als auch im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema „Künftige Herausforderungen an das Ehrenamt“ aufgegriffen. Dabei kamen Vertreter sämtlicher Organisationen zu Wort. Am Nachmittag standen die Themen „Ehrenamt und Migration“ sowie Prozesse und Ergebnisse laufender Forschungsaktivitäten auf dem Programm. Das Symposium wurde gemeinschaftlich ausgerichtet durch das DRK und den Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Sicherheitsforschung und Sicherheitsmanagement der Universität Witten/Herdecke.

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