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Hilfsorganisationen gewinnen Ausschreibung in Köln

18.03.2011, 12:12 Uhr

Foto: Archiv

Falck spricht von „Billigangeboten“

Die Stadt Köln hat entschieden, wer zukünftig mit dem Rettungsdienst in der Domstadt beauftragt wird: dieselben Anbieter wie zuvor. Die Falck Rettungsdienst GmbH, die auch ein Angebot vorgelegt hatte, wurde von den Hilfsorganisationen ASB, DRK, Johanniter und Malteser offensichtlich unterboten. So habe das DRK nach Angaben Falcks ein rund 25% günstigeres Angebot vorgelegt als die deutschen Vertreter der dänischen Unternehmens. „Die Diskussion, dass Falck und andere private Rettungsdienstunternehmen Dumpingangebote unterbreiten und so die Qualität gefährden, muss vor dem Hintergrund der Ergebnisse von Köln offensichtlich neu geführt werden“, resümiert Falck-Geschäftsführer Professor Dr. Klaus Runggaldier. Trotz enger Vorgaben hinsichtlich der Personalkosten, unter anderem mit der Maßgabe nach tariflicher Bezahlung sowie der Erfüllung sehr hoher Qualitätsstandards, hätten die Hilfsorganisationen deutlich billigere Angebote abgeben.

Angesichts der Tatsache, dass rund 80% der Kosten beim Personal anfallen, seien die Niedrigangebote für Falck schwer nachvollziehbar. „Es gibt klare betriebswirtschaftliche Berechnungen, um insbesondere angemessene Tariflöhne für die Mitarbeiter bezahlen zu können. Wenn der Auftrag gesetzeskonform von den Hilfsorganisationen durchgeführt wird, wovon wir selbstverständlich ausgehen, wüssten wir nicht, wie sich dies mit den zum Teil extrem billigen Angeboten der vier Organisationen dauerhaft finanzieren lässt, ohne zum Beispiel beim Personal zu sparen“, erklärt Runggaldier.

Grundsätzlich positiv beurteilt Falck Inhalt und Ablauf der Kölner Ausschreibung. Die Kölner Vergabe sei in vielfacher Hinsicht ein Musterbeispiel dafür, dass eine Stadt rechtssicher und intelligent die Vergabe des Rettungsdienstes im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung durchführen kann. Des Weiteren habe die Ausschreibung sehr deutlich gezeigt, dass hohe qualitative Standards automatisch dazu führen, dass keine privaten Dumpinganbieter aus dem In- und Ausland Angebote abgeben würden.

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