S+K Verlag
Der einzige Fachverlag für
Notfallmedizin in Deutschland.
Bücher, Zeitschriften und Nachrichten
rund um das Thema Rettungsdienst.

Höhlenrettungsfahrzeug für Malteser

18.01.2011, 10:19 Uhr

Foto: A. Baur

Mit Allradantrieb und Grubentelefon

Moderne Höhlenrettungstechnik und Notfallmedizingeräte haben am 16. Januar 2011 der Malteser-Landesgeschäftsführer Baden-Württemberg, Klaus Weber, und Edmund Baur, Kreisbeauftragter der Malteser Göppingen, am Mordloch im Roggental bei Eybach (Geislingen) übergeben. Möglich gemacht hat diese Investition die Diözesangliederung der Malteser in Rottenburg-Stuttgart, die aus ihren Mitteln für Notfallvorsorge und Katastrophenschutz 40.000 Euro beisteuerte. Die restlichen 25.000 Euro für das insgesamt 65.000 Euro teure Fahrzeug trägt die Kreisgliederung Göppingen. Die Entwicklung und der Umbau des Fahrzeuges nach Erfordernissen der Höhlenrettung erfolgten durch eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Stefan Allich in Zusammenarbeit mit der Firma Binz. Der 3,5 t schwere und 140 PS starke, allradangetriebene Ford Transit FT 350 verfügt außerdem über einen modernen Einsatzleitbereich mit Kommunikationsmittel wie BOS-Funk sowie dem speziellen Grubentelefon.

Mit diesem Fahrzeug stellen die Malteser als erste Hilfsorganisation in Deutschland ein Rettungsmittel in den Dienst, das speziell für die Rettung von Menschen aus Höhlen und unterirdischen Hohlräumen konzipiert ist. Rund dreimal pro Jahr rückt die Malteser Spezialeinheit zu Einsätzen aus – die Einsatzschwerpunkte sind die vielen Karsthöhlen auf der Schwäbischen Alb. Zur ihrer Ausrüstung gehören zwei Hartschalentragen und eine selbst entwickelte flexible Trage, die eine an die Höhlenverhältnisse und das Verletzungsmuster angepasste horizontale sowie vertikale Rettung ermöglicht. Für den technischen Teil gibt es u.a. Zubehör für den Schachteinbau, Flaschenzüge und Seilbahnsysteme. Rettungsdecken, chemische Wärmebeutel, Wärmezelt und Schlafsack stellen die Standardversorgung, um z.B. eine Hypothermie (Unterkühlung) des Patienten in den Griff zu bekommen. Selbstverständlich gehören auch Materialien zur Wundversorgung, Immobilisation, Monitoring sowie Defibrillation zur Notfallausrüstung.

Stumpf + Kossendey Verlag, 2020
KontaktRSS Datenschutz Impressum