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Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld werden Einsätze teurer

23.05.2011, 16:44 Uhr

Foto: Archiv

Notärzte müssen Hausärztemangel kompensieren

Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld reagiert auf die gestiegenen Kosten für den Rettungsdienst. So würden ab dem 1. August für Fahrten von RTW, KTW oder NEF statt 2 Euro dann 3,50 Euro pro Kilometer fällig, ein Einsatz des Notarztes werde dann 197 Euro kosten (vorher 100 Euro). Der zuständige Fachausschuss sieht keine Alternativen. Wie die Amtsleiterin für Brand- und Katastrophenschutz, Diane Gardyan, erläuterte, richteten sich die Berechnungen nach den realen Kosten des Vorjahres, und diese seien erneut gestiegen. Bei den Verhandlungen mit den Krankenkassen ergeben sich nun Unstimmigkeiten. Während die Kassenärztliche Vereinigung davon ausging, dass die Kosten für die Notarzteinsätze stark gestiegen sind, lehnten die Krankenkassen diese als überproportional hoch ab. Nun soll die Schiedsstelle über die offene Summe von rund 300.000 Euro entscheiden.

Grund für den Anstieg der Kosten sei laut Armin Eisewicht, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, dass Einsätze gefahren würden, die einen Notarzt eigentlich nicht erforderten. So müssten die Notärzte bei 50% der Einsätze aber schlichtweg den Mangel an Hausärzten kompensieren. Ebenfalls strittig sind die Kosten für die Leitstellen. Während der Landkreis ein Budget von 775.073 Euro einplant, halten die Kassen 378.252 Euro für ausreichend. Somit muss die Schiedsstelle insgesamt über eine offene Summe von knapp 1 Mio. Euro entscheiden. Um den Rettungsdienst abzusichern, benötigt der Landkreis zusammen mit den offenen Kosten von 2010 rund 8,5 Mio. Euro. Über die Erhöhung wird der Kreistag am 30. Juni beraten.

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