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Informationsübertragung aus dem Rettungswagen mit 5G

05.11.2020, 15:38 Uhr

Foto: ICCAS

14 Partner sind an Projekt „Momentum“ beteiligt


Die AG Nachrichtentechnik der Universität Bremen ist einer von 14 Projektpartnern im Forschungsprojekt „Mobile Medizintechnik für die integrierte Notfallversorgung und Unfallmedizin“ („Momentum“) und beschäftigt sich mit der 5G-Kommunikation und der Vernetzung der Geräte im Rettungswagen. Ziel des Projekts ist es, geeignete Konzepte und Technologien dafür zu entwickeln und zu testen. Zur Überführung der Vernetzungstechnologien in medizintechnische Anwendungen werden aktuelle Rahmenbedingungen aus technischer, ethischer, rechtlicher und sozialer Sicht untersucht. Dies soll die Grundlage für die anwendungsbezogene Übertragung von Patientendaten, Prozessinformationen, Video- und Audiodaten sein.

Um die Daten zuverlässig zu übertragen, sollen RTW zu beweglichen Funkzellen werden. Über diese könnten dann medizinische Geräte an das drahtgebundene Kernnetz des Mobilfunknetzes angebunden werden. Damit die Anbindung an dieses Kernnetz stets aufrechterhalten werden kann, soll eine zusätzliche Anbindung über Drohnen etabliert werden. Sie sollen das Signal weiterleiten, um einerseits die Reichweite der mobilen Zelle zu erhöhen, andererseits aber auch Funklöcher zu überwinden, etwa in ländlichen Gebieten. Um medizinische Geräte flexibel einbinden zu können, werde im Projekt eine Zwischenschicht entwickelt, mit der eine herstellerunabhängige Schnittstelle zum Mobilfunknetz geschaffen werden soll. Beispielhafte Anwendungsfälle würden zur Evaluierung der Ergebnisse herangezogen, um eine hohe Praxisrelevanz zu sichern.

Die Ergebnisse des Projekts „Momentum“ sollen in der Notfallversorgung neue Maßstäbe setzen. Die im Projekt entwickelten Netztechnologien sollen die gebündelte Übertragung aller notwendigen Informationen vom Einsatzort zum Krankenhaus ermöglichen. Dadurch werde eine neue Art der Versorgungskette zwischen Rettungswagen und Schockraum im Klinikum realisierbar und die lückenlose, durch Kommunikationstechnik ferngestützte Überwachung von Notfallpatientinnen und -patienten vom Beginn der Erstversorgung an ermöglicht.

Koordinatorin des „Momentum“-Forschungsverbundes ist die Universität Leipzig (Innovation Center Computer Assisted Surgery / ICCAS). Neben der AG Nachrichtentechnik der Universität Bremen gibt es zwölf weitere Partnerinnen und Partner: die Universität Lübeck, die Universitätskliniken Leipzig und Schleswig-Holstein Lübeck, das Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau, die SurgiTaix AG, die ERNW Research GmbH, die Primedic GmbH, die Weinmann Emergeny Medical Technology GmbH & Co.KG, die Dräger AG & Co KGaA, die Karl Storz GmbH & Co KG, die Notarztdienste.de GmbH sowie die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Stumpf + Kossendey Verlag, 2020
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