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Integrierte Versorgung von Herzinfarktpatienten optimiert

16.07.2010, 10:07 Uhr

Foto: H. Scholl

Vereinheitlichung rettungsdienstlicher Leistungen in Rheinland-Pfalz

Die Versorgung von Patienten mit Herzinfarkt durch den rheinland-pfälzischen Rettungsdienst ist weiter verbessert worden. Die NEF des Rettungsdienstes wurden mit 12-Kanal-EKG-Geräten und mit Medikamenten zur präklinischen Lysetherapie ausgestattet. Darüber hinaus wurde die Ausbildung der Rettungsassistenten landesweit vereinheitlicht. Des Weiteren besteht eine enge Kooperation zwischen medizinischen Zentren und dem Rettungsdienst durch Herzinfarktnetzwerke. Eine weitere Optimierung erfolgt durch die Telemedizin, die sich derzeit im Aufbau befindet. Diese umfangreichen Maßnahmen waren notwendig, da der Faktor Zeit beim Herzinfarkt eine entscheidende Rolle spielt. Dies stellt gerade in einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz mit teilweise dünner Bevölkerungs- und damit auch Klinikdichte eine besondere Herausforderung dar.

In einem Projekt der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst des Landes Rheinland-Pfalz wurden unter der Leitung von Dr. Guido Scherer mehrere Maßnahmen ergriffen, die die Akutbehandlung des Herzinfarktes grundlegend zu verbessern, dazu gehören die Standardanweisungen SOPs (Standard Operating Procedure) für das Vorgehen beim Herzinfarkt und die Netzwerkbildung zu ACS-Netzen. Auch werden alle EKG-Geräte der NEF und RTW landeseinheitlich in den kommenden Jahren sukzessive mit einer automatischen EKG-Analysesoftware ausgerüstet, um die Diagnosesicherheit „Herzinfarkt“ auf ca. 95% zu erhöhen. Das Ministerium des Innern und für Sport konnte zusammen mit den Krankenkassen als Kostenträger des Rettungsdienstes eine Finanzierung für die (teuren) Lyse-Medikamente erreichen, so dass diese seit dem 1. Mai 2010 in allen NEF in Rheinland-Pfalz vorgehalten werden können.

Gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Notfallmedizin und Informationstechnologie (DENIT) des Fraunhofer Instituts in Kaiserslautern, entwickelte Dr. Guido Scherer weitreichende Softwarelösungen zur Überwachung aller rettungsdienstlichen Maßnahmen. Dazu gehört neben vielen anderen Fragen der Ergebnisqualität insbesondere auch die detaillierte Erfassung jeder Lysetherapie eines akuten Herzinfarktes in Rheinland-Pfalz. Eine landesweit einheitliche Überwachung aller Anwendungen, gerade bei den teuren Lyse-Medikamenten ist in Deutschland einzigartig. Dies hat zur Folge, dass sowohl die Bevölkerung optimal versorgt wird und gleichzeitig den Krankenkassen und den Rettungsdienstbehörden wertvolle Daten zur Versorgung geliefert werden. RETTUNGSDIENST wird in einer der kommenden Ausgaben ausführlich über die Optimierung im rheinland-pfälzischen Rettungsdienst berichten. (Scholl)

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