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Isst Du richtig für den Einsatz?

06.03.2024, 12:44 Uhr

Ernährungstipps für Rettungskräfte zum Tag der gesunden Ernährung


In Hinblick auf die Qualität der Ernährung unterscheidet sich der Mitarbeiter im Rettungsdienst nicht von der übrigen Bevölkerung, die zu viel Fett und Süßes und zu wenig Ballaststoffe zu sich nimmt. Erschwerend kommt im Rettungsdienst noch die mögliche oder tatsächliche Unterbrechung der Nahrungsaufnahme durch Notfalleinsätze hinzu, die oft zu hastigen Essgewohnheiten und unterbrochenen Mahlzeiten führt. Häufig werden große Einzelmahlzeiten zu sich genommen oder man verspeist schnell einen Snack im Stehen. Das wachsende Einsatzaufkommen, die unregelmäßige Nahrungsaufnahme während des Dienstes, der Kostendruck bei Lebensmitteln und vielfach verbreitete Unwissenheit oder gar Ignoranz bei der Ernährung unterstützen die falschen Ernährungsansätze und das langjährig angewöhnte ungesunde Essverhalten.

Die Folgen der falschen Ernährung sind vorhersehbar und landläufig bekannt: Übergewicht, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Schäden der Wirbelsäule, Stoffwechselstörungen, Schäden am Gelenk- und Bandapparat sowie Ess­störungen.

Mehr als ein Drittel der Bevölkerung gilt als übergewichtig und geht damit langfristig ein hohes Risiko ein, denn jedes Kilo Übergewicht kann die Lebenserwartung erheblich verkürzen und hat ­Einfluss auf die Lebensqualität. Jeder sollte das eigene Ernährungsverhalten überprüfen und – wenn erforderlich – ­ändern.

Falsche Ernährung und Bewegungsmangel zählen neben dem Rauchen zu den drei häufigsten Ursachen für Zivilisationskrankheiten. Eine bewusste und ausgewogene Ernährung senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs und mildert oder vermeidet weitere zivilisatorische Krankheiten wie Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes mellitus. 

Das Bundesgesundheitsministerium empfiehlt in seinen „Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung“ für Erwachsene pro Woche mindestens 150 Minuten moderate körperliche Aktivität oder 75 Minuten mit erhöhter Intensität. Darüber hinaus können weitere positive Gesundheitseffekte erzielt werden, wenn die Aktivitäten über diese Mindestempfehlungen hinaus gesteigert werden oder spezielle vorbeugende Aktivitäten (z.B. Rückentraining) wahrgenommen werden.


Nahrungsmittel

Um eine gesunde und ausgeglichene Ernährung sicherzustellen, hält die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. folgende Empfehlungen für sinnvoll: 

  • abwechslungsreiche, überwiegend pflanzliche Ernährung,
  • fünfmal täglich Obst und Gemüse essen,
  • bei Getreideprodukten die Vollkornvarianten wählen,
  • nicht mehr als 300 - 600 g Fisch und Fleisch pro Woche verzehren,
  • pflanzliche Öle statt fettarme Produkte verwenden, auf versteckte Fette achten,
  • Speisen schonend zubereiten, wenn möglich dünsten oder dampfgaren,
  • Salz und Zucker reduzieren,
  • mindestens 1,5 l Wasser am Tag zu sich nehmen,
  • langsam essen.

Die Lebensmittel sollten naturbelassen und möglichst wenig verarbeitet sein. Bei Getränken sollte Wasser, ungesüßten Tees und (verdünnten) Fruchtsäften der Vorzug vor sehr zuckerhaltigen Limonaden, Kaffee und alkoholhaltigen Getränken gegeben werden.

Weitere Hinweise finden Sie in den aktuellen Empfehlungen „Gut Essen und Trinken“ der DGE

Nahrungsaufnahme

Die Möglichkeiten zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung sind für Rettungsdienstmitarbeiter eingeschränkt – zu nennen sind zum Beispiel die Schichtzeiten, Nacht- und Sonntagsarbeit und ungeregelte Pausen –, doch durch Beachtung einiger einfacher Regeln lässt sich die Ernährungsqualität erheblich steigern.

BEACHTE:

  1. Planen Sie Ihre Nahrungsaufnahme! Besorgen Sie sich lieber rechtzeitig hochwertige Nahrungsmittel, als während des Dienstes auf Schnellimbisse angewiesen zu sein.
  2. Essen Sie öfter, dafür weniger! Zwei bis drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten mit Obst oder Milchprodukten bei einer längeren Schicht halten das Sättigungsgefühl konstant und verhindern unkontrollierte Nahrungsaufnahme.
  3. Planen Sie Pausenzeiten ein! Lassen Sie über Ihren Arbeitgeber die Pausenregelung abklären und schriftlich fixieren, um Konflikte mit der Rettungsleitstelle zu vermeiden. Vermeiden Sie Nebentätigkeiten während des Essens.

[Text: Hirsch M (2019) Ernährung und Bewegung. In: Enke K et al. (Hrsg.) LPN2 Berufskunde und Einsatztaktik.  6. Aufl., Stumpf+Kossendey, Edewecht, S. 336 – 338.]

 

Ernährungstipps: Lesen Sie den Artikel aus der RETTUNGSDIENST kostenlos

Die Bedeutung der Ernährung für die Gesundheit ist nicht von der Hand zu weisen. Dabei geht es bei der gesunden Ernährung nicht nur um die richtige Verteilung, sinnvolle Einnahme und Qualität der Makro- (Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße) und Mikro-Nährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Pflanzenstoffe, essenzielle Fettsäuren, Aminosäuren), sondern auch um einen gesunden Lebensstil ohne Rauchen und Alkohol, mit körperlicher Aktivität und normalem Körpergewicht. Falsche Ernährung kann zu Krankheiten führen bzw. deren Entwicklung begünstigen. Der Beitrag aus der RETTUNGSDIENST 11/2019 „Ernährungstipps für Beschäftigte im Rettungsdienst: Wissenschaftliche Grundlagen“ von Dr. med. Beatrice Thielmann und Prof. Dr. med. Irina Böckelmann möchte die Einsatzkräfte für diese Thematik sensibilisieren.

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