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Kampf dem Preisdumping

11.06.2007, 16:15 Uhr

Vorführung des neuen Rettungskonzeptes Advanced Medical Technical Extrication beim Bundeskongress (o., siehe Link) (Fotos: R. Arndt)

23. Bundeskongress Rettungsdienst fordert klar definierte Qualitätsstandards für das Rettungswesen

Übereinstimmend sprachen sich die Teilnehmer des 23. Bundeskongresses Rettungsdienst am vergangenen Wochenende (8. und 9. Juni 2007) in Kassel dafür aus, die aktuellen Entwicklungen in der präklinischen Notfallmedizin nicht als zwangsläufig hinzunehmen. Vielmehr sollten sich alle Beteiligten organisations- und länderübergreifend dafür einsetzen, dass der Rettungsdienst in Deutschland wieder den Stellenwert erhält, den er verdient. Denn das deutsche Rettungswesen läuft Gefahr, durch zunehmendes Preisdumping nachhaltig Schaden zu nehmen. Immer häufiger wird versucht, dem Kostendruck im Gesundheitswesen, der auch den Rettungsdienst stark betrifft, nicht mit der sinnvollen Hebung von Wirtschaftlichkeitspotenzialen zu begegnen, sondern mit Abstrichen bei der Qualität der notfallmedizinischen Versorgung sowie bei Ausstattung und Qualifikation des Personals. Leidtragender einer solchen Entwicklung ist in erster Linie der Notfallpatient, der im Ernstfall auf schnelle und vor allem qualifizierte Hilfe angewiesen ist.

Der 23. Bundeskongress Rettungsdienst, zu dem rund 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland nach Kassel gekommen waren und 35 Firmen, Verbände und Organisationen sich in einer „Fachausstellung Notfallmedizin“ präsentierten, forderte vom Gesetzgeber klar definierte Qualitätsstandards für den Rettungsdienst. Diese sollten auch als Grundlage neutraler und kostentransparenter Vergabeverfahren dienen. Längst überfällig sei auch die Reform der Rettungsassistentenausbildung. Ein novelliertes Rettungsassistentengesetz müsse eine dreijährige statt der bisher zweijährigen Ausbildungsdauer ebenso vorsehen wie ein Ausbildungskonzept, das dem aktuellen Stand der Notfallmedizin entspricht und die Arbeit des Rettungsassistenten in jeder Situation auf eine gesicherte rechtliche Grundlage stellt.

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