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Kampf um „Lufthoheit“ in der Schweiz

26.07.2013, 09:24 Uhr

Foto: Rega

Das Berner Oberland im Fokus

Der Streit um die Vorherrschaft im Luftraum im Rettungswesen der Schweiz hat nunmehr das Berner Oberland erreicht. Dort warf die Air-Glaciers am gestrigen Donnerstag der Rega vor, mit allen Mitteln um ihre Vormachtstellung zu kämpfen, woraufhin die Rega die Zusammenarbeit mit Air-Glaciers beendete und bekannt gab, dass sie ab dem 19. August darauf verzichten werde, in Notfällen im Kanton Bern Helikopter der Air-Glaciers aufzubieten. Stattdessen solle die Sanitätsnotrufzentrale des Kantons Bern entscheiden, welche Helikopter zum Einsatz kommen. Bislang alarmiert diese Zentrale jeweils die Rega-Einsatzzentrale in Zürich, wenn es im Kanton Bern zu einem Unfall kommt, der den Einsatz eines Rettungshubschraubers nötig macht. Die Rega entscheidet dann, ob sie selber fliegt oder aber ein Partnerunternehmen.

Air-Glaciers-Pilot Peter Balmer hatte der Rega kürzlich vorgeworfen, sie habe mit Einsätzen in der Nähe der Air-Glaciers-Basis Lauterbrunnen „provoziert“. Wenn die Rega eigene Helikopter einsetze, anstatt vor Ort in Bereitschaft stehende Maschinen anzufordern, müssten Verunfallte unnötig lange warten, darüber hinaus entstünden Mehrkosten. Ebenso missachte die Rega den Willen des Kantonsparlaments in Bern, das sich 2012 für eine bessere Vernetzung der Luftrettung im Kanton ausgesprochen habe. Für Rega-Mediensprecherin Ariane Güngerich ist das „Polemik“. Der Einsatz von Rettungshubschraubern richte sich nicht nur nach der geografischen Lage des Einsatzortes, sondern berücksichtige auch etwa das Verletzungsbild und die Ausrüstung der Einsatzmaschinen (Quelle: Neue Luzerner Zeitung).

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