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Katastrophenvollübung: Zugunglück mit MANV im Hauptbahnhof Kaiserslautern

13.03.2006, 10:17 Uhr

Foto: H. Scholl

Nachdem bereits am 8. Oktober und 26. November letzten Jahres jeweils eine „Gemeinsame Ausbildungs- und Übungsveranstaltung der Stadt Kaiserslautern und des Landes Rheinland-Pfalz“ am Fritz-Walter-Stadion bzw. am Schulzentrum Süd durchgeführt wurde, fand am vergangenen Samstag, dem 11. März, die dritte und damit letzte Großübung zur Fußball-WM 2006 im Hauptbahnhof Kaiserslautern statt. Bei der Katastrophenvollübung kamen knapp 900 Kräfte von Feuerwehr, THW, DRK, MHD, Polizei Rheinland-Pfalz und Bundespolizei sowie der Deutschen Bahn AG mit zahlreichen Fahrzeugen und einem Hubschrauber zum Einsatz. Angenommen wurde ein Zugunglück direkt im Hauptbahnhof mit einem MANV. Neben der technischen Rettung mussten die medizinische Versorgung und der Transport über gesperrte Notfall- und Rettungsrouten erfolgen. Zum Transport wurden erstmals die beiden neuen Großraumrettungswagen des Landes Rheinland-Pfalz eingesetzt, die bei den Berufsfeuerwehren in Ludwigshafen und Koblenz stationiert sind.

In der nachfolgenden Pressekonferenz zeigten sich die Verantwortlichen zwar mit dem Ergebnis zufrieden, dennoch musste auch in Kaiserslautern ein Optimierungsbedarf eingeräumt werden. So gab es u.a. Probleme mit der Funkkommunikation, die sich negativ auf den Abtransport der Patienten auswirkte. Unverständlicherweise wurde bei der „Generalprobe“ auf eine größere Anzahl von schnell aufblasbaren Zelten, so genannte Flugzelte, ebenso bewusst verzichtet, wie auf die Heranführung weiterer Kräfte und die Herauslösung sehr schwer verletzter Patienten aus dem Behandlungsplatz. Bis auf einen RTW, dessen Besatzung alle Hände voll mit der Erstversorgung zu tun hatte, standen lange Zeit keine weiteren Transportkapazitäten zur Verfügung. Hinsichtlich der psycho-sozialen Betreuung gibt es auch noch Verbesserungspotenzial, das in den weiteren Planungen zu berücksichtigen ist. Ein großes Lob ging an die Verletztendarsteller, die ihre Rolle für zufällig anwesende Bahnkunden „erschreckend echt spielten“, wie eine ältere Dame spontan ihre Eindrücke beschrieb.

IM EINSATZ wird in der nächsten Ausgabe über die Katastrophenübung ausführlich berichten. (Scholl)

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