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KI-gesteuertes Drohnensystem für Wasserrettung vorgestellt

09.10.2023, 13:14 Uhr

Foto: M. Helbig/vor-ort-foto.de

Bis zu 200 g schwere Schwimmkörper abwerfbar


Am 6. Oktober wurde erstmals ein Prototyp des RescueFly-Systems zur drohnenbasierten Wasserrettung der Öffentlichkeit demonstriert. Es wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr geförderten Forschungsprojektes RescueFly unter Federführung der Björn-Steiger-Stiftung entwickelt. Ziel ist, mit Drohnen bei einem Notfall im Wasser die zu rettende Person sowie die Einsatzkräfte zu unterstützen.

In dem Testflug am Partwitzer See in der Lausitz wurde ein Einsatz der Wasserrettung simuliert. Binnen einer halben Stunde wurde die gesamte Rettungskette vom Absetzen des Notrufes über den Drohneneinsatz bis hin zum Abschluss der Rettungsmission abgebildet. Die Drohne der Firma Mintmasters startet aus einem von der TU entwickelten Hangar (Drohnengarage), der bereits am Partwitzer See steht. Das unbemannte Luftfahrzeug ist bis zu 85 km/h schnell, landet automatisiert im Hangar, der sich vor der Mission automatisch öffnet (5 sec), und fliegt auf einem festgelegten Pfad zum Einsatzort. Die TU Dresden hat alle möglichen Flugtrajektorien (Bahnkurven) berechnet. Das schnelle Öffnen des Hangars, der Standby-Modus der Drohne und der schnellste Weg zum Einsatzgebiet seien bei der Wasserrettung entscheidend.

Das Zielgebiet wird durch die zuständige Leitstelle auf Basis eines eingegangenen Notrufes festgelegt. Zeitgleich zur Alarmierung der Wasserwacht bzw. der zuständigen Feuerwehr wird von der Leitstelle auch die Drohne ins Einsatzgebiet geschickt. Die an der Drohne verbauten Sensoren sorgen für einen störungsfreien Flug. Die vom Kamerasystem gemachten Aufnahmen werden von einem speziell an der BTU Cottbus-Senftenberg (BTU) trainierten KI-Algorithmus analysiert. Über ein neuronales Netz, angelernt mit großen Mengen von Videomaterial, wird die hilflose Person identifiziert. Festgelegte Suchmuster tragen sowohl zu einer schnellen, aber auch energieeffizienten Personensuche bei.

Nachdem die verunglückte Person identifiziert wurde, nähert sich die Drohne ihr und kann bis zu 200 g schwere Schwimmkörper neben der zu rettenden Person oder der helfenden Einsatzkraft abwerfen. Die Hilfsmittel blasen sich bei Kontakt mit Wasser automatisch auf. Anschließend verbleibt die Drohne an ihrem Standort, um die anrückenden Einsatzkräfte exakt zum Ziel zu führen. Nach Eintreffen der Rettungskräfte fliegt die Drohne zum Hangar zurück. Hierauf folgt eine Nachflugkontrolle, in der Telematikdaten und Kameraaufnahmen der Rotoren genutzt werden, um nach möglichen Beschädigungen zu suchen. Nach einem erfolgreichen Check meldet sich das RescueFly-System der Leitstelle wieder als einsatzbereit.

Stumpf + Kossendey Verlag, 2023
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