S+K Verlag
Der einzige Fachverlag für
Notfallmedizin in Deutschland.
Bücher, Zeitschriften und Nachrichten
rund um das Thema Rettungsdienst.

Kohlenstoffmonoxidvergiftung am 1. Weihnachtsfeiertag

28.12.2010, 10:24 Uhr

Familie gerade noch rechtzeitig gerettet

Ein technischer Defekt an einer Gasheizung hat in einem Mehrfamilienwohnhaus in Wehr (Baden-Württemberg) am 25. Dezember 2010 einen Rückstau im zentralen Abgassystem verursacht – Kohlenstoffmonoxid wurde durch das Ableitungssystem in die obere Wohnung des Hauses zurückgedrückt. Eine Tochter des Bewohners hatte glücklicherweise den Rettungsdienst alarmiert, weil der Vater am Telefon verwaschen geredet hatte und keine klare Auskunft auf Fragen geben konnte. Die alarmierte Rettungswagenbesatzung stand allerdings vor einer verschlossenen Wohnungstüre und forderte die Feuerwehr zur Wohnungsöffnung an. Da nach Angaben von Mitbewohnern von drei betroffenen Personen auszugehen war, forderte die Besatzung des ersten Rettungswagens ein zweites Fahrzeug und einen Notarzt nach.

Durch die in der Zwischenzeit geöffnete Wohnungstüre betrat die Besatzung die Wohnung und fand drei Personen sowie einen Hund bewusstlos vor. Gemeinsam mit den beiden anwesenden Feuerwehrmännern wurden die Personen ins Treppenhaus gerettet und dort von den weiteren eingetroffenen Rettungskräften versorgt und transportbereit gemacht. Durch einen Hausbewohner wurde der Hund in Sicherheit gebracht. Zur Unterstützung des Rettungsdienstes wurde noch die Schnelleinsatzgruppe des DRK Wehr alarmiert, die trotz des Feiertags mit acht Einsatzkräften anrückte. Ebenfalls im Einsatz waren ein Leitender Notarzt und der Rettungshubschrauber der Rega aus Basel.

Die Messung der Feuerwehr ergab eine überhöhte Konzentration an Kohlenmonoxid in der Wohnung. Die verletzten Personen wurden nach Lörrach und Basel transportiert. Insgesamt waren 20 Einsatzkräfte an der Rettung beteiligt. Da die erste Rettungswagenbesatzung im Rahmen der Rettung der Patienten aus der Wohnung kurzzeitig ebenfalls dem Gas ausgesetzt war und über leichten Schwindel klagte, ließ sie sich im Kreiskrankenhaus Bad Säckingen untersuchen. Die dort festgestellten Werte waren zwar noch im Normbereich, allerdings wurde ihnen geraten, eine Nacht zur Beobachtung dort zu bleiben.

Stumpf + Kossendey Verlag, 2020
KontaktRSS Datenschutz Impressum