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Konsensus-Konferenz verabschiedet PSNV-Leitlinien

15.11.2010, 08:53 Uhr

Fotos: BBK

Bundeseinheitliche Qualitätsstandards zur Psychosozialen Notfallversorgung

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) veranstaltete im November 2010 in Bonn eine so genannte Konsensus-Konferenz, auf der grundlegende bundeseinheitliche Leitlinien und Standards zur psychosozialen Betreuung von Notfallopfern und Angehörigen nach schweren Unglücksfällen und Katastrophen sowie für die „Hilfe für Helfer“ verabschiedet wurden. Die Konsensus-Konferenz fand am 10. November 2010 unter großer Beteiligung aller Institutionen und Organisationen, die die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) in Deutschland maßgeblich verantworten, anbieten und anwenden, statt; dazu gehören neben Bundesministerien und Behörden Fachgesellschaften und Fachverbände der Psychologie, Psychiatrie und Katastrophenmedizin sowie des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, die Feuerwehren (AGBF-Bund und DFV), die Hilfsorganisationen ASB, DRK, JUH und MHD, die Notfallseelsorge sowie die Kammern und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. Gleichzeitig waren Innenministerien und Senate der Länder durch die Referatsleiter für Katastrophenschutz oder Delegierte vertreten. Daneben beteiligten sich namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Die Konsensus-Konferenz 2010 bildet den Abschluss eines dreijährigen Arbeits- und Abstimmungsprozesses mit Konferenzen 2008 und 2009, auf denen Zwischenergebnisse verabschiedet wurden. Ausgangspunkt der Konferenzen ist der verstärkt geäußerte Wunsch nach mehr Handlungssicherheit und wissenschaftlich abgesicherte fachlicher Orientierung für psychosoziale Maßnahmen und Methoden in Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sowie im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Mit den Ergebnissen der Konferenzen soll der Entwicklung der letzten 15 Jahre entsprochen werden, seitdem in Deutschland vielerorts Notfallseelsorgedienste und Kriseninterventionsteams im Rettungsdienst gebildet werden, die die medizinische und technische Hilfeleistung bei schweren Unglücksfällen und Katastrophen ergänzen. Auch werden im Einsatzwesen Teams aus speziell geschulten Einsatzkräften (Peers) und psychosozialen Fachkräften (z.B. Feuerwehrseelsorger) gegründet, um Helfer auf belastende Erfahrungen im Einsatz- oder Wachalltag vorzubereiten und bei der Verarbeitung von psychisch belastenden Einsätzen zu unterstützen. Die Qualität dieser Angebote in Ausbildung und Praxis ist allerdings in Deutschland sehr heterogen. Außerdem fehlt diesem jungen Fachgebiet vielfach die wissenschaftliche Absicherung.

Zum Abschluss der Konsensus-Konferenz 2010 stimmten bis auf eine Ausnahme alle Delegierten mit ihrer Unterschrift den gemeinsam erarbeiteten Ergebnissen zu. Die Bundespsychotherapeutenkammer konnte ihre Unterschrift nicht geben, da aus ihrer Sicht die Rolle und Aufgabe der Heilkunde in der psychosozialen Akuthilfe für Notfallopfer und Angehörige in den ersten Stunden nach einem Notfallereignis noch nicht endgültig geklärt ist. Der Delegierte machte in seinem Statement allerdings deutlich, dass die Kammer mit allen Konsensus-Partnern zusammen den gemeinsam eingeschlagenen Weg der Qualitätssicherung in der Psychosozialen Notfallversorgung fortsetzen wolle.

Die Ergebnisse der Konsensus-Konferenzen 2008 und 2009 sind bereits über www.bbk.bund.de verfügbar, die der Abschluss-Konsensus-Konferenz vom 10. November 2010 werden in den nächsten Wochen dort nachzulesen sein und auch über Beiträge in RETTUNGSDIENST veröffentlicht.

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