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Kraftstoffversorgung bei Stromausfall

15.12.2023, 12:12 Uhr

Foto: Kreis Unna

Kreis Unna übt Zugriff auf Tanklager für Einsatzfahrzeuge


Bei einem länger anhaltenden Stromausfall steigen erfahrungsgemäß die Einsatzzahlen und damit der Bedarf an Kraftstoff für die Rettungsmittel. Gleichzeitig funktionieren die Tankstellen nicht mehr. Damit Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei einsatzfähig bleiben, müssen also Maßnahmen zur Treibstoffversorgung getroffen werden. Im Kreis Unna habe man daher mit dem Tanklager der Varo Energy Tankstorage GmbH und dem THW ein Konzept erarbeitet, um die Kraftstoffreserven auch bei einem Stromausfall schnell verfügbar zu machen, erklärt Kreisbrandmeister und Fachbereichsleiter Martin Weber. Dazu wurde das Tanklager umgebaut und für eine Notstromeinspeisung ertüchtigt. Mit dem THW-OV Werne und der dortigen Fachgruppe Elektroversorgung wurde eine weitere hilfsorganisationsübergreifende Schnittstelle geschaffen. Im Einsatzfall kann das THW mit einem leistungsstarken Aggregat die Stromversorgung für das Tanklager sicherstellen. So können dort auch bei einem Blackout die vom Kreis eingelagerten Kraftstoffreserven verteilt werden.

In Lünen wurde Anfang Dezember das Konzept nun anhand eines Blackout-Szenario erprobt. An der Übung waren die Feuerwehr Lünen, das THW, die Varo Energy Tankstorage GmbH sowie der Fachbereich für Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst des Kreises Unna beteiligt. Für die Übung wurde im gesamten Tanklager der Strom abgeschaltet. Die THW-Hilfskräfte haben sich direkt an die Arbeit gemacht, die Energieversorgung mit dem mobilen Stromerzeuger über die neu geschaffene Einspeisung wiederherzustellen. Nach rund einer Stunde war die Stromversorgung wiederhergestellt, nach weiteren 40 min konnte die Verladung auf Tankwagen beginnen. Übungsleiter Florian Fischer und Luis Nachtwey aus dem Fachbereich zeigten sich mit dem Übungsverlauf und den -ergebnissen sehr zufrieden. Die Zusammenarbeit zwischen Tanklager, THW und Katastrophenschutz habe sehr gut funktioniert, lobte Kreisbrandmeister Martin Weber.

Ende 2022 hatte der Kreistag beschlossen, 500.000 l Kraftstoff für den Ernstfall in einem Tanklager in Lünen einzulagern. Eine Million Euro sind dafür bereitgestellt worden. Damit sollen die Einsatzfahrzeuge der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben betankt werden können, aber auch wichtige Teile der Infrastruktur.

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