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Küstenschutz auf Ketten

09.03.2011, 09:06 Uhr

Fotos: T. Bader

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Generalüberholtes Hägglundsfahrzeug in Friesland vorgestellt

Es fährt, schwimmt, zieht und trägt – und das auf schwierigstem Terrain. Das wattgängige Geländefahrzeug der Marke Hägglunds ist praktischer Küsten- und Katastrophenschutz auf zwei Ketten. Ein neuwertiges Exemplar hat das Havariekommando jetzt in Friesland stationiert. Bei der offiziellen Vorstellung am gestrigen Dienstag auf dem Gelände der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Jever übergab Jens Rauterberg vom Havariekommando den Schlüssel an den Landrat des Landkreises Friesland, Sven Ambrosy.

Fahrzeuge der Marke Hägglunds haben sich zur Schadstoff-Unfallbekämpfung an den deutschen Küsten bereits sehr bewährt. Daher stehen insgesamt 14 dieser Kettenfahrzeuge für den Küsteneinsatz bereit, etwa zur Ölschadensbekämpfung im Wattenmeer. Während Wattflächen für andere Fahrzeuge des Katastrophenschutzes schwer zugänglich sind, ist das Kettenfahrzeug in der Lage, diese mühelos und schonend zu befahren. Aufgrund des geringen Bodendrucks ist das Gewicht pro cm2 sogar geringer als das eines Menschen – trotz des hohen Eigengewichts von 6,54 Tonnen. Auch ein Einsatz auf ökologisch sensiblen Flächen (z.B. im Nationalpark Wattenmeer) ist mit dem Hägglunds möglich.

Zudem können mit dem Geländefahrzeug – dank der Unterkapselung – problemlos Wattflächen erreicht werden, die bereits von Prielen umspült sind. Das Hägglunds ist mit einem 270 CDI-Motor (170 PS) ausgestattet und verfügt über ein 6-Gang-Automatikgetriebe. Darüber hinaus stehen verschiedene Mulden zum Lastentransport (von bis zu zwei Tonnen) zur Verfügung. Ebenso kann eine Schwimmmulde eingesetzt werden, mit der das Fahrzeug sogar in der Lage ist, zu schwimmen. Außerdem kann ein Vakuumfass aufgesattelt werden, in das dann kontaminierte Flüssigkeiten abgesaugt werden. Das Hägglunds ist für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen, allerdings wird es im „Fall eines Falles“ mit einem Tieflader zum Einsatzgebiet an die Küste gebracht. Die Abmessungen des Hägglunds: 6,81 m lang, 2 m breit und 2,45 m hoch.

Bereits 1991 hatte der Landkreis Friesland als erster Küstenlandkreis ein solches Fahrzeug durch die Vorgängerorganisation des Havariekommandos erhalten. Dieses wurde nun durch ein neuwertiges ersetzt. Da die Hägglunds nicht mehr gebaut werden, konnte ein durch die Firma Hellgeth generalüberholtes Fahrzeug in Jever stationiert werden. Die thüringische Fachfirma baut aus gebrauchten Spezialteilen und neuen Ersatzteilen neuwertige Fahrzeuge. Die Kosten im Umfang von 208.000 Euro hat das Havariekommando – eine Bund-Länder Einrichtung zum maritimen Katastrophenschutz – übernommen.

Mehr dazu in der nächsten IM EINSATZ.

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