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Leitstelle kommt nicht zur Ruhe

23.10.2008, 08:45 Uhr

Foto: MHD

„Kommunikationsprobleme“ sorgen für Wirbel

Bei der gemeinsamen Feuerwehr-Leitstelle von Solingen und Wuppertal kommt man immer noch nicht zur Ruhe. War es in der Vergangenheit meist die Städteabfrage, die die Leitstellenbeamten mehrfach vergessen und anschließend die Rettungskräfte in die falsche Stadt geschickt hatten, dreht sich der Ärger nun um unterschiedliche Bewertungen von Notrufen bei der Leitstelle. Vor einem Jahr hatte die Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS) einen Fall öffentlich gemacht, bei dem einem 71-Jährigen aufgrund von Kommunikationsproblemen erst nach drei Anrufen der verzweifelten Ehefrau und rund 40 Minuten Wartezeit ein RTW geschickt wurde.

In den neuerlichen Fällen, die jetzt bekannt wurden, stellt sich die Frage, ob der Leitstellenbeamte die richtige Entscheidung traf, ob ein Rettungs- oder ein Krankenwagen zu schicken sei.

So war es im September 2008 nicht zur Entsendung eines RTW nach einem schweren Sturz einer 80-jährigen Frau durch die Leitstelle gekommen. Auf eine Fehleinschätzung des Disponenten am Notruftelefon ist es letztlich zurückzuführen, dass die Patientin mit einem Oberschenkelhalsbruch im Privatwagen der Tochter ins Klinikum gefahren wurde. Der Beamte hatte die Unfallmeldung irrtümlich als Krankentransport eingeschätzt und nicht als Notfall, zu dem er einen Rettungswagen hätte einsetzen müssen.

Der zuständige Feuerwehrchef legt jedoch Wert darauf, dass ein menschliches Versagen im Einzelfall nicht zum Systemfehler der gemeinsamen Feuerwehrleitstelle hochgespielt werden dürfe. Bei rund 20.000 Einsätze im Jahr sei die Zahl der Beschwerden mit ca. 15 als sehr gering zu bewerten.

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