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Luftrettung ohne Landeplätze?

23.06.2011, 10:25 Uhr

Foto: RKiSH

Landesbehörde droht mit Schließung

An den Regio-Kliniken in Elmshorn und Wedel in Schleswig-Holstein könnten bald die Hubschrauber-Landeplätze gesperrt werden: Die Luftfahrtbehörde des Bundeslandes droht mit dem Entzug der Genehmigung. Rettungsflieger müssten dann auf andere Krankenhäuser außerhalb des Kreises Pinneberg ausweichen. Dies ist Änderungen der entsprechenden Verordnung aus dem Jahr 2005 geschuldet, die deutliche Einschränkungen enthalten. Unter anderem wurden die Bestimmungen für die Hindernisfreiheit stark überarbeitet. Wie Rüdiger Hildebrandt, Mitarbeiter der Luftfahrtbehörde in Schleswig-Holstein, erläutert, sei es daher aus Sicherheitsgründen heute nicht mehr möglich, auch enger umbaute oder „mit hohen Bäumen umpflanzte“ Landeplätze anzufliegen.

Konkret bedeutet dies für den Kreis Pinneberg, dass die Landeplätze in Elmshorn und Wedel nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechen. Nun müsse ein Gutachten klären, welche baulichen Änderungen vorgenommen werden müssen, damit Hubschrauber wieder hier landen dürfen. Die Beauftragung eines solchen Gutachtens liege jedoch in der Verantwortung des Betreibers der Kliniken, nämlich der Sana Kliniken AG. Bislang sei aber nichts unternommen worden, so Hildebrand. Dabei sei die gesetzliche Übergangsfrist bereits im Jahr 2009 verstrichen. Auch im folgenden Jahr habe sich nichts getan, obwohl die Behörde die Kliniken erneut zum Handeln aufgefordert und abgemahnt habe. Das veranlasst die Behörde, im Namen der Sicherheit mit einer baldigen Sperrung zu drohen.

Ein Sprecher der Kliniken bestätigte den Vorgang und begründet die Zurückhaltung mit „schwierigen finanziellen Verhältnissen“ der Regio-Klinken. Man wolle allerdings schon bald das Gutachten beauftragen, dessen Kosten im vierstelligen Bereich liegen sollen. Im Notfall, bei Gefahr für Leib oder Leben, dürfen auch nach der Schließung die Retter in Elmshorn und Wedel landen. Dies gilt hingegen nicht für Patientenverlegungen und andere so genannte Sekundärflüge. (Quelle: Pinneberger Tageblatt)

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