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Mangelnde Hilfe bei Schlaganfall

12.09.2007, 09:43 Uhr

Foto: Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe/Ch. Püschner/ZEITENSPIEGEL

Sefrin gegen ausschließliche Behandlung durch Rettungspersonal

In der gestrigen Ausgabe der ZDF-Reihe „Frontal 21“ wurde in einem Beitrag über die zum Teil mangelhafte Versorgung bei Schlaganfällen berichtet. Obwohl der Apoplex die dritthäufigste Todesursache in Deutschland sei, würden viele Betroffene vergeblich auf schnelle medizinische Hilfe warten. In Berlin dürften Rettungsassistenten, so ein Beispiel des Beitrags, den Schlaganfall nicht medizinisch behandeln, wenn kein Notarzt in der Nähe ist. Dieser müsste erst nachgefordert werden, wodurch wieder erhebliche Verzögerungen entstünden.

Prof. Bernd Griewing von der Neurologischen Klinik Bad Neustadt sieht die Probleme vor allem an den verschiedenen Schnittstellen, wie z.B. von der Vorklinik oder der Notfallversorgung und vom Rettungsdienst zum klinischen Bereich. Daher gebe es an einigen Orten mittlerweile das System „Stroke Angel“, eine spezielle Software, mit der der Rettungsassistent am Notfallort wichtige Informationen über den Patienten in ein Gerät eingeben und diese dann per Funkverbindung an das Zielkrankenhaus übermitteln kann. Das Ärzteteam im Krankenhaus kann sich damit bereits vor dem Eintreffen des RTW auf den Patienten vorbereiten. Auf einen Notarzt in einer derartigen Situation zu verzichten, so Prof. Dr. Peter Sefrin von der Uniklinik Würzburg, sei jedoch heute nicht akzeptabel. „Eine ausschließliche Behandlung durch Rettungspersonal ist nicht dem Stand der medizinischen Wissenschaft entsprechend.“

Mehr zum Thema Schlaganfall lesen Sie in der aktuellen RETTUNGSDIENST.

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