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Marburg-Biedenkopf alarmiert Ersthelfer über das Smartphone

30.05.2016, 12:25 Uhr

Foto: FirstAED

FirstAED nutzt GPS-Standort

Durchschnittlich überleben in Deutschland lediglich etwa 6 pro 100.000 Einwohner im Jahr einen plötzlichen Herzstillstand. Demgegenüber verlassen im Landkreis Marburg-Biedenkopf mehr als 13 Überlebende pro 100.000 Einwohner das Krankenhaus. Dieses Ergebnis rangiert im weltweiten Vergleich in der Spitzengruppe. Maßgeblich dafür sind zunächst die strukturierte Notrufabfrage in der Leitstelle und die dort konsequent geführte routinierte telefonische Anleitung von Ersthelfern. Weitere Säulen des Erfolgs sind ein funktionierendes Voraushelfersystem, die anschließenden notfallmedizinischen Maßnahmen des Rettungsdienstes sowie eine hochwertige klinische Weiterversorgung im Universitätsklinikum Marburg.

Als erster deutscher Rettungsdienstbereich setzt die Zentrale Leitstelle des Landkreises Marburg-Biedenkopf auf den Einsatz der neuen Technologien von FirstAED. Damit können neben den Rettungsdiensten auch gezielt in der Nähe befindliche freiwillige Ersthelfer alarmiert, zum Einsatzort geleitet und mit weiteren Informationen ausgestattet werden. Dr. Erich Wranze-Bielefeld, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, geht davon aus, dass dieser weitere Baustein in der Rettungskette das Gesamtergebnis noch weiter verbessert: „Schon jetzt werden bereits registrierte Ersthelfer zur Unterstützung eingesetzt, das neue System ermögliche jedoch eine dynamischere und noch schnellere Abwicklung“.

FirstAED nutzt den aktuellen GPS-Standort, um die freiwilligen Voraushelfer zu alarmieren, die sich geografisch in der Nähe des Notfallorts befinden. Die nächstgelegenen Voraushelfer bekommen dann den Einsatzauftrag übermittelt und werden über das Smartphone zum Notfallort navigiert. Parallel dazu werden ein bis zwei weitere Voraushelfer alarmiert, die den nächstgelegenen Defibrillator (AED) holen und zum Patienten bringen sollen.

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