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Medicent: Staatsanwaltschaft sucht roten Faden

31.05.2006, 09:01 Uhr

RettSan-Ausbildung heute Thema in der Bürgerschaft

Der Hamburger Ausbildungsanbieter Medicent war erneut Thema eines Fernsehbeitrags. Der NDR hinterfragte im gestrigen „Hamburg Journal“ (Wiederholung heute um 9.30 Uhr) u.a. die Arbeitsweise der Hamburger Staatsanwaltschaft. Hintergrund sind eine Reihe – zumeist älterer – Ermittlungsverfahren gegen Medicent. Von mutmaßlich Geschädigten und aus der Politik wurden Vorwürfe laut, dass die Abarbeitung der Verfahren gegen die Ausbildungsstätte und den Krankentransporteur – Medicent bietet beides an – durch die Staatsanwaltschaft nur sehr schleppend verläuft. Die Staatsanwaltschaft wurde erst jüngst wieder von mehreren Jugendlichen angeschrieben, die von den bisherigen Bemühungen der Behörde nicht sonderlich begeistert sind. Die Antwort des Pressesprechers der Staatsanwaltschaft, Rüdiger Bagger, lautete lapidar: „Wir haben jetzt diese Verfahren alle zusammengefasst, um diesen roten Faden eben auch zu finden.“ Bisher machte die Behörde den Eindruck, als hätte sie keinen Baum in lauter Wald gefunden.

Durch die Vorkommnisse um Medicent sah sich nun auch die Politik genötigt zu handeln. In einer heutigen Sitzung der Hamburger Bürgerschaft wird die Novellierung der Rettungssanitäterausbildung in der Hansestadt interfraktionell eingebracht. Zukünftig will man dubiosen Ausbildungsanbietern das Leben schwer machen. Gleichzeitig soll die Qualität der ausgebildeten Rettungssanitäter wieder flächendeckend gewährleistet werden.

Inzwischen meldete sich eine andere Ausbildungsstätte auf die Berichterstattung über Medicent zu Wort und unterbreitete ein großzügiges Angebot. Die Sanitätsschule Nord bedauerte in einem Leserbrief an die „Bild“-Zeitung, „das schlechte Licht“, das auf die ganze Branche geworfen werde. Wichtig war dem Schulbetreiber Hauke Schröder die Feststellung, dass es sich bei Medicent um einen „Einzelfall“ handele. Damit die Jugendlichen doch noch ihre Ausbildung erhalten können, bietet Schröder allen auf dem Zeitungsfoto abgelichteten Betroffenen den RettSan-Kurs zum halben Preis an. Statt 800 Euro, bräuchten die Schüler nur 400 Euro zu berappen – bei freier Unterkunft. (F. Sommer)

Stumpf + Kossendey Verlag, 2020
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