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Mediziner fordern: Politik soll Organspendebereitschaft fördern

06.10.2009, 09:08 Uhr

Foto: BilderBox

Rückgang der Organspenden in Hessen besonders stark

Die Bereitschaft zur Organspende ist 2008 in der Bundesrepublik erheblich eingebrochen. Im Ländervergleich ist der Anteil der Spendebereiten in Hessen besonders niedrig. Transplantationsmediziner aus Hessen sehen die einzige Möglichkeit, die Spendenbereitschaft zu erhöhen, darin, dass sich die Politik für die Organspende einsetzt. In der „TK spezial“ Hessen schreiben die Mediziner, dass durch eine Widerspruchslösung eine wesentlich höhere Organspendebereitschaft erreicht werden kann. Bei einer Widerspruchslösung wird die Bereitschaft zur Organspende bei hirntoten Patienten vorausgesetzt, falls diese nicht zu Lebzeiten einer Spende widersprochen haben. Diese Lösung wird derzeit z.B. in Österreich, Belgien und Frankreich praktiziert.

 

Auch Patientenverfügungen, die einen frühzeitigen Therapieabbruch bei Hirnschädigungen anordnen, schränkten die Zahl der Organspenden ein. Denn wenn der Herztod eintritt, bevor über eine Organspende entschieden werden konnte, ist eine Transplantation nicht mehr möglich.

Im internationalen Vergleich, schrieben die Mediziner, habe die Bevölkerung in Deutschland gegenüber Organspenden besonders große Vorbehalte. Bei bis zu 80 Prozent der potenziellen Organspender ist nicht bekannt, ob sie sich zu Lebzeiten für oder gegen eine Spende entschieden haben. Daher sollte das Thema in der Bevölkerung präsenter sein.

 

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