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Mit Telemedizin unnötige Notarzteinsätze reduzieren

11.06.2020, 08:45 Uhr

Foto: S. Galle-Schäfer, Vogelsbergkreis

Projekt in Mittelhessen wird verlängert


Im Jahr 2018 haben die Landkreise Gießen, Marburg-Biedenkopf und Vogelsbergkreis gemeinsam das Projekt „Telemedizin im Rettungsdienst“ gestartet, das seit dem 1. Januar 2019 auch vom hessischen Ministerium für Soziales und Integration gefördert wird. In der Pilotphase habe man festgestellt, dass die medizinischen und technischen Abläufe der Telemedizin sehr gut funktionieren, erklärt die Gießener Landrätin Anita Schneider. Aufgrund der guten Erfahrungen habe man sich nun dazu entschieden, das Projekt bis 2022 zu verlängern. Dazu haben gestern Landrat Manfred Görig und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak im Beisein des Ärztlichen Leiters Rettungsdienst, Dr. Erich Wranze-Bielefeld, die Vertragsverlängerung unterzeichnet. Finanziert wird das Projekt über die „Richtlinie des Landes Hessen zur Förderung von Innovationsprojekten in Telemedizin und E-Health“. Hiernach trägt das Land 50% der Kosten, die restlichen 50% übernehmen die Krankenkassen.

Mit dem Projekt sollen unnötige Notarzteinsätze reduziert und Patientenströme so gelenkt werden, dass Erkrankte die passende ärztliche Versorgung erhalten. Die bisher ausgewerteten Daten würden zeigen, dass man auf dem richtigen Weg sei. Auch vom Rettungsdienst selbst werde die Telemedizin sehr gut aufgenommen. Bei Krankheitsbildern ohne akute Lebensbedrohung können Notfallsanitäter und Rettungsassistent die ermittelten Werte wie EKG-Kurve, Sauerstoffsättigung oder Blutdruckwerte per Funk an einen diensthabenden Telenotarzt übermittelt. Dieser nimmt die übertragenen Werte der Patienten über ein Notebook entgegen und bewertet sie. Wenn es erforderlich sein sollte, kann der Notarzt dann direkt zum Patienten kommen.

Stumpf + Kossendey Verlag, 2020
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