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Mobiles Notfallkrankenhaus für den Katastrophenfall

25.04.2017, 15:35 Uhr

Foto: Katherine Mueller, IFRC

Universität Leipzig an EU-Projekt beteiligt

Unter Leitung der Generaldirektion Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission (DG ECHO) entwickeln neun europäische Länder gemeinsam ein transportables Notfallkrankenhaus, das im Katastrophenfall innerhalb von zwei bis drei Tagen vor Ort einsatzbereit ist. Es soll die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Rahmen von Hilfsmaßnahmen des europäischen Katastrophenschutzes verbessern. Neben Vertretern der Zivilschutzabteilungen der Innenministerien von Italien, Belgien, Frankreich, Dänemark, Rumänien, Slowakei und Estland ist Deutschland mit den Johannitern vertreten. Außerdem ist die Universität Leipzig als einzige europäische Hochschule in das Projekt „European Modular Field Hospital (EUMFH)“ eingebunden: Das Innovationszentrum für computerassistierte Chirurgie (ICCAS) der Medizinischen Fakultät ist für die informationstechnische Infrastruktur und Vernetzung der medizinischen Geräte und Assistenzsysteme zuständig. „Nach einem Erdbeben sind in den ersten drei bis vier Tagen beispielsweise Trauma-Patienten mit Brüchen oder Prellungen zu versorgen. Später kommen dann oft Infektionen hinzu, sodass die Infrastruktur des Krankenhauses dynamisch an diese neue Patientenstruktur angepasst werden muss. Ab dem 8. Tag geht es dann in eine Normalversorgung über“, erklärt Prof. Dr. Thomas Neumuth, stellvertretender Direktor des ICCAS und Mitglied im Lenkungsausschuss des EU-Projekts, den Sachverhalt. Die Informationen über vorhandene und notwendige Ressourcen soll das IT-System dann liefern.

Außerdem generiert das ICCAS digitale Patientenakten, die alle Informationen von der Diagnose bis zur Therapie dokumentieren und so die Arbeit des ärztlichen Personals erleichtern sollen. Besonderes Augenmerk liegt hier auf der multisprachigen Umgebung: Wie kann ein europäisches Team an Ärzten und Pflegepersonal mit Patienten überall auf der Welt die Behandlung besprechen? In welcher Sprache werden die Patientenakten geführt? Nach der zweijährigen Planungsphase soll der EU-Kommission ein Konzept für das modulare Notfallkrankenhaus vorgelegt werden, dann geht es an die Umsetzung.

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