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Navigationssystem auch für Rettungsaufgaben

04.02.2011, 10:14 Uhr

Foto: U. Männel

Galileo geht in Testphase

Am heutigen Freitag wird Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) in Berchtesgaden offiziell die Testphase für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo einläuten. Erstmals sollen unter realen Einsatzbedingungen die Möglichkeiten des Positionsbestimmungssystems ausgelotet werden. Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMVBS) hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Berchtesgadener Land eine Test- und Entwicklungsumgebung errichten lassen. Dazu wurden terrestrische Funkanlagen aufgestellt, mit denen Signale des Galileo-Systems simuliert werden sollen.

Neben den klassischen Einsatzfeldern wie Verkehrsnavigation soll Galileo nach Angaben der DLR auch für Rettungsaufgaben eingesetzt werden. Insbesondere zur Ortung von Lawinenopfern soll das System eingesetzt werden können. In ersten Tests im Rahmen von „SAR Lawine“ zeigte das Empfangsgerät – bei Bergwanderern oder Skifahrern, die zuvor mit einem Sendegerät ausgestattet wurden – die Position des Signalgebers auf ein paar Zentimeter genau an. Das Sendegerät setzt automatisch „Markierungspunkte“ von verschiedenen Standorten des Suchenden und kann dann in Relation zum gesendeten Signal recht präzise anzeigen, wo sich der Verschüttete befindet. In Zukunft sollen die Suchgeräte der Bergwacht entsprechend umgerüstet werden.

Das Prestigeprojekt der Europäischen Union geriet in der Vergangenheit immer wieder in die Kritik: Das ursprünglich für die zivile Nutzung konzipierte Galileo soll nach einer EU-Entscheidung nun auch der militärischen Nutzung zur Verfügung stehen. Zudem werden die immensen Kosten kritisiert: In jüngsten Prognosen wird von fünf Milliarden Euro allein für die Technik ausgegangen.

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