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Neue RTW bei der Berliner Feuerwehr

15.06.2005, 07:37 Uhr

Fotos: R.-D. Erbe

Bei der Berliner Feuerwehr fahren derzeit drei Baureihen von RTW. Dazu gehören 19 RTW DB 308 Kastenaufbau, 36 RTW DB 312 Sprinterkastenaufbau und 54 DB 413 Sprinter mit Modulkoffer. Die Modulkoffer haben sich hervorragend bewährt. Insbesondere das große Platzangebot ist nun ein wesentlicher Vorteil bei der Zusammenarbeit mit dem (für Berlin) neuen NEF-System. Die erste Serie der Modulkoffer offenbarte im rauen Einsatzalltag ihre Kinderkrankheiten, die nun in die fällige Überarbeitung einflossen – im letzten Jahr wurde ein Prototyp "RTW 2005 – Berlin" entwickelt. Dieser RTW konnte auf verschiedenen Feuer- und Rettungswachen erprobt werden. Umfangreiche Kommentare und Verbesserungsvorschläge kamen von den Mitarbeitern und sind nun in der neuen Serie mit berücksichtigt. 21 RTW sind aktuell beschafft und werden derzeit an die Wachen ausgegeben.

Als Trägerfahrzeug gibt es einen Sprinter 413 CDI Sprintshift (automatisiertes Schaltgetriebe). Grundfarbe der Fahrzeuge ist Weiß mit Folienbeklebung (5 Jahre Garantie) in leuchtrot (ähnlich RAL 3026) und Image-Beschriftung. Für den Fahrer wurden Erleichterungen durch ergonomische Bedienelemente, z.B. Freisprecheinrichtung zum Patientenraum und Fußtaster für die Warnanlage, eingeführt. Das Fahrgestell ist an der Hinterachse luftgefedert. Dadurch ist eine bessere Straßenlage, aber vor allem ein besserer Fahrkomfort gewährleistet. Das Fahrzeug lässt sich hinten zum leichteren Beladen um 10 cm absenken. Die Seitenschiebetür war in der Vergangenheit sehr reparaturanfällig und wurde nun durch eine seitliche Klapptür ersetzt. Alle wichtigen Geräte, einschließlich des Defibrillators, sind durch ein Außenfach schnell zu entnehmen.

Wie in Berlin üblich, verfügen alle RTW über Krankentragesessel. Notärzte fordern diese Transportart für Patienten mit Atemnot und die Mitarbeiter favorisieren den Sessel für enge Treppenräume. Da aufgrund der Anordnung der Inneneinrichtung und der Normvorgaben nur eine Sesselarretierung an der Stirnseite möglich ist und ein Einladen konstruktionsbedingt von hinten erfolgen muss, war ein neues Beladungskonzept – der Sessel wird über das Heck eingeladen und bis zur Trennwand durchgeschoben – erforderlich. Durch die mögliche Absenkung und eine zusätzlich ausfahrbare Trittstufe ist der Einstieg erleichtert. Aufgrund der Umstellung von NAW auf NEF wurden die RTW in den letzten Jahren schrittweise den Anforderungen als Behandlungsraum angepasst und verfügen nun auch über Wärme- und Kühlbox sowie über Halterungen für die Medizingeräte, die bei Bedarf noch vom NEF zugeladen werden müssen. Interessant ist hierbei eine „Universalhalterung“, die das Befestigen aller bei der Berliner Feuerwehr vorhandenen Defibrillatorenmodelle erlaubt. Es werden in den nächsten Jahren weitere RTW dieser Baureihe beschafft. (R.-D. Erbe)

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