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Neues Einsatzfahrzeug für Spezialeinheit der Thüringer Feuerwehr

11.02.2011, 14:56 Uhr

Fotos: R.H.O.T. Thüringen

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Thüringer Innenminister übergibt Sonderfahrzeug im Wert von 200.000 Euro

Thüringens Innenminister Jörg Geibert hat gestern der Feuerwehr Facheinheit Rettungshunde/Ortungstechnik Thüringen (R.H.O.T.) in Marlishausen (Ilm-Kreis) ein bundesweit einmaliges Spezialfahrzeug übergeben. Der Lkw ist eine Sonderanfertigung der Ilmenauer Firma Binz. Er ist speziell für die Suche und Rettung von vermissten und verschütteten Menschen ausgestattet. Mit dem Fahrzeug können sechs Rettungshundeteams (Hundeführer und Rettungshund) transportiert werden.

Ein Teil des Fahrzeuges wurde als Einsatzleitbereich ausgebaut, der vor allem für die Koordination aufwendiger Suchaktionen nach vermissten Menschen ausgerüstet wurde. So finden hier an vier Arbeitsplätzen Einsatzleitung und Funker Platz. Auf einem Großbildmonitor kann digitales Kartenmaterial eingeblendet und bearbeitet werden. Die von den Suchkräften aufgezeichneten GPS-Daten werden hier ausgewertet. Dadurch kann genau festgestellt werden, welche Gebiete bereits nach der vermissten Person abgesucht wurden. Per Internet kann zudem auf Satellitenbilder des Suchgebietes zurückgegriffen werden. Außerdem stehen auf dem Fahrzeug mehrere Kartensätze in Papierform für ganz Thüringen in verschiedenen Maßstäben zur Verfügung. Ausgestattet ist das Fahrzeug auch mit Fax und Telefon sowie zwei 4-m- und einem 2-m-BOS-Fahrzeugfunkgerät. Um eine sichere Kommunikation der eingesetzten Suchkräfte zu gewährleisten, verfügt das Fahrzeug auch über einen Funkmast, der bis auf eine Höhe von sieben Metern ausgefahren werden kann. Im 2-m-Bereich ist auch der Aufbau eines Relais möglich. Dadurch wird die Reichweite deutlich erhöht. Um später die Umstellung von Analog- auf Digitalfunk zu erleichtern, ist das Fahrzeug bereits für den Digitalfunk vorgerüstet.

Im Heck des Fahrzeuges befindet sich ein Laderaum für die moderne Ortungs- und Bergetechnik. Dort sind u.a. eine Suchkamera, ein Schallortungsgerät und eine Mikrodrohne zur Suche von verschütteten Menschen untergebracht. Außerdem befinden sich dort Aufbruchhämmer, Kernbohrgerät, Abseiltechnik, Rettungsrucksäcke, Notstromaggregate, Zelte, Zeltheizungen und Scheinwerfer sowie ein Powermoon zur Ausleuchtung von Einsatzstellen. Um auch langwierige Sucheinsätze absolvieren zu können, werden in mehreren Kisten Nahrungsmittel, Getränke und Elektrokocher mitgeführt. Damit kann die gesamte Einheit fünf Tage lang versorgt werden. „Immer wieder laufen unsere Einsätze über mehrere Tage“, so der Leiter der Facheinheit Maik Stade. Die Suchaktionen seien für Menschen und Tiere sehr kräftezehrend. Deshalb sei es wichtig, die Versorgung im Einsatz sicherzustellen. Gerade an den Wochenenden und in den Nachtstunden sei dies bisher nicht immer so einfach möglich gewesen, erklärt Stade.

Mit dem neuen Einsatzfahrzeug setze Thüringen bundesweit Maßstäbe, laut Maik Stade. Erstmals sei ein entsprechendes Spezialfahrzeug dieser Art gebaut worden, das alles in einem Fahrzeug vereinigt, was für eine Suche und Rettung von vermissten und verschütteten Menschen notwendig ist. Damit sei es nun möglich, Suchaktionen noch effizienter zu gestalten. Das Fahrzeug kostete rund 200.000 Euro, finanziert vom Freistaat Thüringen und dem Ilm-Kreis. Bei über 50 Einsätzen im Jahr sei dies eine sinnvolle Investition, so Stade. Die Feuerwehr Facheinheit Rettungshunde/Ortungstechnik Thüringen besteht seit 1994. 20 Mitglieder arbeiten in der Einheit ehrenamtlich als Rettungshundeführer oder Ortungstechniker.

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