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Notarzteinsatz in der S-Bahn

16.06.2011, 14:03 Uhr

Foto: Usien

Steigende Zahlen in München

Immer häufiger werden Notärzte zum Einsatz in der Münchner S-Bahn gerufen. Und die Tendenz ist steigend. Das bestätigte auch der Geschäftsleiter Bernhard Weisser gegenüber der „tz“ München. Obgleich die Meldewege optimiert wurden und Notfallleitstelle sowie Rettungsdienst dafür sorgen, dass in kürzester Zeit vor Ort Hilfe geleistet werden kann, führt die steigende Fallzahl immer häufiger zu Verzögerungen im Verkehrsablauf. Die Gründe für einen Notarzteinsatz sind vielfältig, sie reichen vom Schwächeanfall über Bewusstlosigkeit bis hin zum Herzinfarkt. Bernhard Weisser weist darauf hin, dass häufig bereits nach 14 Minuten Unterbrechung des Betriebsablaufs die Fahrten fortgesetzt werden können. Jedoch ist auch das für das Funktionieren von einer der am dichtesten befahrenen Bahnstrecken in Deutschland zu viel. Wie die „tz“ weiter berichtet, wird bereits nach 10 Minuten ein Notfallprogramm durch die S-Bahn ausgelöst. Dadurch wird die Stammstrecke lahmgelegt und hunderte Züge können nicht mehr fahren.

Der Geschäftsleiter nennt zwei Gründe dafür, dass immer mehr Menschen medizinische Hilfe benötigen: Zum einen sei die Anzahl der Fahrgäste insgesamt in den letzten 10 Jahren angestiegen und zum anderen verfüge heutzutage beinahe jede Person über ein Mobiltelefon, mit dem schnell und unkompliziert Hilfe angefordert werden könne. Über einen weiteren Grund für die Zunahme wird nicht gerne gesprochen: Die Zahl der Suizide durch den Sprung vor eine S-Bahn steigt an. Nach Angaben der „tz“ gibt es in München bei der S-Bahn über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen einen Selbstmord. Bei DB-Regio in Oberbayern seien es zwei bis drei Selbstmorde pro Woche und bei ICE-Zügen täglich drei bis fünf Suizide – im Schnitt und pro Tag. Der Spitzenwert liege bei bis zu zehn Suiziden pro Tag. (Quelle: tz-online.de)

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