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Notarzteinsatz in Luxemburg macht Schlagzeilen

12.07.2016, 16:30 Uhr

Foto: LAR

RTH-Einsatz wurde verweigert

Das Luxemburger Tageblatt berichtete bereits am vergangenen Freitag über einen Notarzteinsatz im Großherzogtum, der wieder einmal zu erheblichen Diskussionen führte. Die altbekannte Problematik, dass der Notarzt des dortigen Rettungsdienstes SAMU selbst entscheiden darf, ob er fahren oder fliegen möchte, hat wieder hohe Wellen in den Medien und sozialen Netzwerken geschlagen. Konkret geht es im aktuellen Fall darum, dass ein Mann in Clerf im Norden des Großherzogtums bei Gartenarbeiten schwere Brandverletzungen erlitten hatte. Notarzt und RTW sollen erst nach 45 Minuten an der Einsatzstelle eingetroffen sein. Nach Angaben der Luxembourg Air Rescue A.s.b.l. (LAR) habe sich der Notarzt geweigert, deren RTH „Air Rescue 2“ am Standort Ettelbrück zu nehmen, mit dem er die Einsatzstelle in ca. 10 Minuten hätte erreichen können. Nach der Versorgung wurde der RTH dann doch zum Lufttransport des Patienten in eine Spezialklinik nach Belgien eingesetzt.

Laut dem Zeitungsbericht gab es in den zurückliegenden Jahren bereits mehrfach mit dem gleichen Notarzt erhebliche Probleme, wenn es um den Einsatz des RTH ging, da der Arzt mit der LAR im „Clinch“ liege. Bereits 2014 ereignete sich anlässlich eines schweren Verkehrsunfalls mit eingeklemmtem und polytraumatisiertem Patienten ein Rettungseinsatz, bei dem der Mediziner dem Notarzteinsatzfahrzeug mit deutlich längerer Anfahrtszeit den Vorzug gab (RETTUNGSDIENST berichtete ausführlich in der Ausgabe 6/2014). Auch im vergangenen Jahr gab es wohl einen schweren Verkehrsunfall in Wemperhardt im Norden Luxemburgs von wo aus dieser Notarzt den verletzten Patienten mit dem RTW bodengebunden transportierte, obgleich der RTH schneller und vorteilhafter gewesen wäre. (Scholl)

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