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Notfallmedizinische Unterversorgung nach Schiedsspruch beseitigt

30.11.2009, 10:05 Uhr

Foto: Landkreis Neuburg-Schrobenhausen

Versorgungsbereich Neuburg erhält zweiten RTW

Im nördlichen Teil des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen soll es künftig einen zweiten Rettungswagen geben, der während der Woche von 7 bis 24 Uhr und am Wochenende rund um die Uhr einsatzbereit ist. Diesem Beschluss ging ein jahrelanges Tauziehen des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Ingolstadt, des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen und des örtlichen BRK-Kreisverbandes mit den Krankenkassen voraus. So hatten das BRK Neuburg und die Integrierte Leitstelle Ingolstadt errechnet, dass die für 80% der Fälle vorgeschriebene 12-Minuten-Hilfsfrist in der Marktgemeinde Rennertshofen nur bei rund 62% der gefahrenen Einsätze und in Burgheim bei rund 79% der Fälle eingehalten werden konnte.

Nachdem die Krankenkassen zunächst nicht bereit waren, der Forderung nach einem vollwertigen 2. Rettungswagen nachzukommen und die bestehende Rufbereitschaft aufzugeben, hatte der Rettungszweckverband im Juli 2009 die beim Innenministerium angesiedelte Strukturschiedsstelle angerufen. Ein vom Institut für Notfallmedizin am Klinikum München erstelltes Gutachten bestätigte nun die von Seiten des BRK Neuburg und der Leitstelle Ingolstadt vorgelegten Zahlen und stellte eine deutliche Unterversorgung im Rettungsdienst in den westlichen Landkreisgemeinden Rennertshofen und Burgheim fest.

Ein Vergleich der Strukturschiedskommission, den die Krankenkassen bereits akzeptiert haben, sieht nun vor, dass die in der Wache Neuburg bestehende Rufbereitschaft zu Gunsten eines zweiten RTW im Regeldienst aufgelöst wird. Das bedeutet, dass der zweite Rettungswagen nicht mehr nur nachts besetzt ist, sondern in vollem Umfang von Montag bis Freitag von 7.00 bis 24.00 Uhr und am Wochenende (Samstag/Sonntag) rund um die Uhr bereitsteht. Darüber hinaus soll das Fahrzeug dauerhaft mit einem Rettungssanitäter und einem Rettungsassistenten besetzt sein. Der Kompromissvorschlag sieht vor, dass im Gegenzug Überkapazitäten bei der Krankentransportvorhaltung im Bereich der Rettungswache Neuburg in Höhe von 50 Stunden wöchentlich abgebaut werden. Im Ergebnis werden 88 Stunden Rufbereitschaft und 50 Stunden Krankentransport (138 Stunden) in 133 Stunden Rettungswagenkapazität umgewandelt.

Der von der Schiedsstelle vorgeschlagene Vergleich muss nun vom Rettungszweckverband noch formell angenommen werden. Nachdem sich die betroffenen Gemeinden, der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und das BRK Neuburg einig sind, wird eine Zustimmung der Verbandsräte allgemein erwartet.

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