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Notfallsanitäter sollen niedergelassene Ärzte noch stärker entlasten

21.02.2020, 08:54 Uhr

Foto: JUH-Regionalverband Weser-Ems

Das „Projekt 116117“ weitet die Einsatzzeiten aus


Nachdem die Notfallsanitäter im Bereitschaftsdienstbezirk Delmenhorst der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsens (KVN) im Rahmen des „Projekts 116117 – neues Versorgungsmodell für den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst mit telemedizinischer Unterstützung von Gesundheitsfachkräften“ (RETTUNGSDIENST berichtete hier) bisher nur am Wochenende zum Einsatz kamen, können sie ab dem 1. April 2020 in Wildeshausen und in Delmenhorst täglich alarmiert werden. Die neue Regelung gilt dann werktags von 19.00 bis 6.00 Uhr und am Wochenende von 8.00 bis 10.00 Uhr, 12.00 bis 16.00 Uhr und 18.00 bis 6.00 Uhr. Die Erfahrungen des seit dem 1. Juli 2018 laufenden Projekts hätten gezeigt, dass der Notfallsanitäter in einer Nacht durchschnittlich zweimal zu Patienten ausrücken müsse. Um die Auslastung zu verbessern, sei er dann für einen größeren Bezirk zuständig, soll aber in spätestens zwei Stunden vor Ort sein.

Bisher hätte die KVN mehrmals im Quartal niedergelassene Ärzte für den unentgeltlichen Bereitschaftsdienst verpflichten müssen. Das hätte „nicht gerade für gute Laune“ gesorgt, zumal auch Fachärzte wie Orthopäden betroffen waren. Zudem erhoffe sich die KVN von der Ausweitung der von einem Notfallsanitäter übernommenen Zeiten und der damit verbundenen Entlastung der niedergelassenen Ärzte, dass mehr Mediziner im Landkreis Oldenburg eine Praxis übernehmen. Die Zahl der Hausärzte im ländlichen Bereich sei rückläufig und etwa ein Drittel jetzt schon mehr als 60 Jahre alt. Die Probleme bei der Besetzung des Bereitschaftsdienstes hätten auch dazu geführt, dass Patienten am Wochenende vermehrt den Notruf 112 gewählt hätten.

Stumpf + Kossendey Verlag, 2020
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