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Nur 4% der Ehrenamtler im Katastrophenschutz aktiv

22.12.2011, 09:09 Uhr

Foto: THW

Untersuchung zum bürgerschaftlichen Engagement

Innerhalb des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes „Prioritätenbildung bei Rettungsmaßnahmen“, das die Steuerung, Normenbildung und Defizite im deutschen Bevölkerungs- und Katastrophenschutzsystem untersucht, hat der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Sicherheitsforschung und Sicherheitsmanagement (Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange) das Meinungsforschungsinstitut Forsa mit einer Umfrage zum ehrenamtlichen Engagement beauftragt. Ziel der Untersuchung war es, Aufschluss darüber zu erhalten, in welchen Bereichen die Befragten ehrenamtlich tätig sind, welche Motivation sie haben, sich in dem jeweiligen Bereich zu engagieren, und über welchen Bekanntheitsgrad die Organisationen des Zivil- und Katastrophenschutzes verfügen. Des Weiteren sollten Erkenntnisse darüber gewonnen werden, welche Anreize es für ein ehrenamtliches Engagement geben könnte und wie hoch die Bereitschaft der Bevölkerung ist, selbst im Zivil- und Katastrophenschutz tätig zu werden. 

Die Erhebung umfasst eine Grundgesamtheit von 1.001 Befragten. Davon haben 56% angegeben, dass sie sich engagieren. Ein Viertel der Befragten bringt sich im Bereich Sport und Soziales ein (Sport: 13%, Soziales: 12%), während im Bereich Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz nur 4% aktiv sind (Mehrfachnennungen waren möglich). Gerade aufgrund aktueller Herausforderungen im deutschen Katastrophenschutzsystem, wie z.B. dem demographischen Wandel oder der Abschaffung des Wehr- und Zivildienstes, besteht die Notwendigkeit, die Ansichten und Einstellungen der Bundesbürger hinsichtlich ihres gesellschaftlichen Engagements näher zu untersuchen und so die Daten zu beschaffen, die für eine adäquate Maßnahmenplanung nötig sind, denn: „Ohne ehrenamtliches Engagement wäre ein funktionierender Katastrophenschutz in Deutschland nicht möglich. Das Ehrenamt bildet die Basis“, so Prof. Hans-Jürgen Lange. 

Das Forschungsprojekt beschäftigt sich neben den Formaten des Ehrenamtes im Katastrophenschutz mit verschiedenen Szenarien wie z.B. Stromausfall, Pandemie oder Terroranschlägen und den Auswirkungen auf die Sicherheit sowie die Koordinationsfähigkeit zwischen Bund und Länder bei schweren Schadenslagen. Projektpartner sind das Generalsekretariat des DRK, das Innenministerium Sachsen-Anhalt, die Behörde für Inneres und Sport der Freien und Hansestadt Hamburg sowie die Branddirektion Frankfurt am Main. Wissenschaftlicher Projektpartner ist der Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Staatslehre und Verfassungsgeschichte (Prof. Dr. Christoph Gusy) der Universität Bielefeld.

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