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Oberbergischer Kreis rekommunalisiert den Rettungsdienst

11.11.2010, 09:04 Uhr

Foto: Archiv

Ausschreibungen gefährden Qualität laut Ärztlichem Leiter

Die nächste Rekommunalisierung: Der Oberbergische Kreis wird ab dem 1. Januar 2011 den Rettungsdienst in Eigenregie durchführen. Dafür sollen 160 Vollzeitstellen geschaffen und mit Personal von den Hilfsorganisationen sowie Krankenhäusern besetzt werden. Als Grund für die Rekommunalisierung gibt der Ärztliche Leiter Dr. Ralf Mühlenhaus an, dass durch eine europaweite Ausschreibung alle vier Jahre die gewohnte und geforderte Qualität des Rettungsdienstes im Kreis nicht aufrechterhalten werden könne. Private Anbieter können nach seinen Worten nur bei den Personalkosten sparen, die im Oberbergischen Kreis 5,3 Mio. Euro von den insgesamt 9 Mio. Euro ausmachen, die der Rettungsdienst kostet. Laut der Tageszeitung „Kölnische Rundschau“ unterstellt Mühlenhaus den Johannitern, die sich gegen eine Kommunalisierung und für eine Ausschreibung ausgesprochen haben, wirtschaftliche Interessen. JUH-Geschäftsführer Steffen Lengsfeld hatte argumentiert, dass qualitative Verschlechterungen nicht sein müssten und man bei den Sachkosten sparen könne. Der DRK-Chef im Oberbergischen Kreis, Rolf Braun, hält die Rekommunalisierung für die beste „unter den schlechten Möglichkeiten.“

Bei einer Sitzung des Kreistages haben sich die Sprecher von CDU, SPD, Grünen und FDP eindeutig für die kommunale Übergabe des Rettungsdienstes ausgesprochen. Die Hilfsorganisationen sollen beim Katastrophenschutz und bei Großschadenslagen weiterhin eingebunden werden. Dazu sollen die Ehrenamtlichen vom Rettungsdienst geschult und auf die Einsätze vorbereitet werden. Die endgültige Entscheidung für eine Rekommunalisierung im Oberbergischen Kreis soll am 9. Dezember getroffen werden.

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