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Optimierung der Nachtluftrettung in Südtirol

11.08.2020, 08:47 Uhr

Foto: Landesrettungsverein Weißes Kreuz

NAH „Pelikan 1“ jetzt mit Hochleistungsscheinwerfer


Durch die Einführung von Tagesrandflügen zwischen 6 und 22 Uhr haben die Notarzthubschrauber (NAH) „Pelikan 1“ und „Pelikan 2“ sowie die Aiut Alpin seit dem 6. November 2017 rund 550 Rettungseinsätze in der fliegerischen Nacht durchgeführt. Zu diesem Zweck mussten die NAH bisher bei Dunkelheit mit zwei Piloten besetzt sein, und Landeanflüge außerhalb von zugelassenen Landeplätzen mussten vom Boden aus beleuchtet werden. Die Ausrüstung der Einsatzmaschine des Typs H145 mit dem neuen Hochleistungsscheinwerfer A800 Searchlight ermöglicht nun Nachteinsätze mit nur noch einem Piloten und ohne zusätzliche Ausleuchtung von Landestellen. Seit dem 6. Juni dieses Jahres kann die neue Technik erstmals vom NAH „Pelikan 1“ in Bozen eingesetzt werden, wodurch auch eine italienweite Neuerung in der zivilen Luftrettung erfolgt ist.

Der Scheinwerfer verfügt noch über weitere Fähigkeiten, wie die Verwendung der Beleuchtung im Infrarotmodus, womit eventuelle Anwohner oder Wildtiere vom starken Licht nicht gestört werden, wobei die Ausleuchtung nur durch das Nachtsichtgerät der fliegerischen Crew wahrgenommen wird. Darüber hinaus kann der Scheinwerfer bei Sucheinsätzen in der Nacht auf eine Entfernung von einem Kilometer einen Lichtkegel von 75 Metern Durchmesser am Boden erzeugen. Vor diesem Hintergrund wird betont, dass – neben mehr Sicherheit und Unabhängigkeit bei Nachteinsätzen – auch die Patienten schneller zu erreichen sind, womit wertvolle Zeit eingespart werden kann. Aber auch die Optimierung und Weiterentwicklung ist für die Heli-Flugrettung Südtirol von herausragender Bedeutung. So sehen die Planungen der nächsten Schritte auch die Ausstattung der NAH „Pelikan 2“ in Brixen und „Pelikan 3“ in Lass mit dem innovativen Beleuchtungssystem vor, womit landesweit eine noch schnellere notärztliche Versorgung aus der Luft bei Dunkelheit erfolgen kann. (Scholl)

Stumpf + Kossendey Verlag, 2020
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