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Petition für bessere Konditionen im Rettungsdienst

10.11.2020, 12:42 Uhr

Foto: R. Schnelle

Gefordert wird u.a. eine erhöhte Wechselschichtzulage


Innerhalb von fünf Tagen konnte die Petition, die eine Nachverhandlung des angestrebten Tarifabschlusses 2020 für die Beschäftigten im Rettungsdienst fordert, die Zahl der Unterstützenden von 1.500 auf über 35.000 steigern. Die von Notfallsanitäter Timo Niebuhr gestartete Aktion möchte eine Erhöhung der Wechselschichtzulage von 105 auf 155 Euro sowie Samstagszulagen bei Schicht- bzw. Wechselschichtarbeit erreichen und wendet sich direkt an Ulrich Mädge, den Verhandlungsführer der Arbeitgeber (VKA) bei den Tarifverhandlungen. Mindestens diese beiden Punkte sollen in dem Einigungspapier für den öffentlichen Dienst berücksichtigt werden, das noch bis zum 26. November 2020 von den Verhandlungspartnern angenommen oder abgelehnt werden kann. „Wir fordern, dass das Ergebnis vor der Annahme nachverhandelt wird und der Rettungsdienst – so wie Krankenhäuser, Pflege und Gesundheitsämter – von den finanziellen Verbesserungen für das Gesundheitswesen profitiert.“

In der Begründung dazu heißt es, man habe im Rettungsdienst immer noch eine Wochenarbeitszeit von 48 Stunden bei einem Gehalt einer 39-Stunden-Woche. Dies entspreche mehr als 400 unbezahlten Stunden pro Jahr aufgrund einer Regelung, die darauf beruht, dass im Rettungsdienst regelmäßig Bereitschaftszeiten anfallen. Dies treffe durch die in den letzten Jahren gestiegenen Arbeitsbelastungen aber nicht mehr zu. Die gesundheitlichen Folgen zeigten sich u.a. an hohen Krankenständen, „dass die Qualität der Patientenversorgung leidet ist – sofern nicht bereits der Fall – nur eine Frage der Zeit.“ Statt die Arbeitszeit zu reduzieren oder die Mehrarbeit zumindest anteilig zu vergüten, seien für den Rettungsdienst in dieser Tarifrunde keinerlei branchenspezifische Verbesserungen erwirkt worden. So sei auch die Reduzierung von 48 auf 45 Stunden pro Woche von den Arbeitgebern abgelehnt worden. Mit der Petition soll daher erreicht werden, dass das Tarifergebnis nachgebessert wird.

Stumpf + Kossendey Verlag, 2020
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