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Pionier des bundesdeutschen Notarztdienstes verstorben

24.05.2007, 09:21 Uhr

Foto: Archiv

Prof. Dr. Wolfgang Herzog initiierte das „Gummersbacher Modell“

Im Alter von 85 Jahren ist am vergangenen Freitag Prof. Dr. Wolfgang Herzog in seiner Heimatstadt Gummersbach verstorben. Der am 20. April 1922 in Kiel geborene Herzog zählt zu den Pionieren des bundesdeutschen Notarztdienstes. Nach dem Medizinstudium und der Promotion 1945 an der Militärischen Akademie der Luftwaffe in Berlin war Herzog zunächst in Eutin, Kiel, Marburg und Köln tätig. Als Oberarzt der Chirurgischen Universitätsklinik Köln (1949-1960), wo er 1955 habilitiert und 1962 zum außerplanmäßigen Professor ernannt wurde, war Herzog u.a. an der Entwicklung des Kölner Notarztwagens beteiligt. Als er 1960 als Chefarzt an das damalige Städtische Krankenhaus Gummersbach im Oberbergischen Land (1960-1984) wechselte, entwickelte er aus seinen in Köln gemachten Erfahrungen einen Rettungsdienst für ländlich strukturierte Regionen („Gummersbacher Modell“). Bereits 1963 setzte Herzog dort – ohne rechtliche Absicherung und gegen den zum Teil erheblichen Widerstand der Hilfsorganisationen – einen Notarztwagen ein.

In seiner 1969 vorgelegten Studie „Modell einer Mittelstadt zur chirurgischen Erstversorgung am Unfallort“ konnte Herzog eindrucksvoll den Nachweis erbringen, dass Notarzt- und Rettungsdienst auch auf dem Lande professionell organisiert werden können. Die enge Verzahnung von präklinischer und klinischer Versorgung von Notfallpatienten war zeit seines Lebens Herzogs Anliegen. Neben seinem Hauptberuf als Chefarzt der Chirurgischen Abteilung in Gummersbach engagierte er sich auch ehrenamtlich für die Belange des Rettungswesens. So war Herzog Gründungsmitglied, Vorsitzender und Ehrenmitglied im Förderverein „Rettung“ e.V. Oberberg. Später befasste er sich auch mit den psychologischen Belastungen im Rettungsdienst. Für seine Verdienste um das Rettungswesen erhielt Herzog zahlreiche Auszeichnungen: 1998 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, 2000 wurde ihm die Gedenkmedaille „Man of the year“ durch The American Biographical Institute verliehen. (FRI)

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