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Polizeihubschrauber in der Luftrettung

20.08.2012, 10:24 Uhr

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Die Grünen in Meck-Pomm kritisieren Unwirtschaftlichkeit

Johannes Saalfeld, innenpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, fordert, die überschaubare Anzahl von Einsätzen der landeseigenen Polizeihubschrauberstaffel zur Vermisstensuche künftig in Kooperation mit den Hubschraubern der DRF Luftrettung durchzuführen. Die Grünen fühlten sich durch die Antwort der Landesregierung auf ihre Anfrage in ihrer Forderung bestätigt, das Kosten-Nutzen-Verhältnis der landeseigenen Polizeihubschrauberstaffel zu hinterfragen (Drucksache 6/961). „Die Hubschrauber können kaum Fahndungserfolge vorweisen“. Von 75 Fahndungsflügen in den vergangenen zwei Jahren führten lediglich zwei zu einem verwertbaren Ergebnis. Auch die Suche nach vermissten Personen führte nur zu wenigen Erfolgen. Laut Saalfeld wäre es in Zukunft effektiver, die DRF Luftrettung im Rahmen einer Kooperation mit Wärmebildkameras auszustatten.

Obwohl Innenminister, CDU-Fraktion und Polizeigewerkschaft in der Vergangenheit immer wieder auf die Bedeutung der Polizeihubschrauber bei der Lebensrettung hingewiesen hätten, seien sie laut Saalfeld kaum bei Lebensrettungseinsätzen beteiligt. Dies verwundere ihn nicht, denn es stünden genügend und besser ausgestattete Hubschrauber der DRF Luftrettung, der Johanniter und der Bundesmarine im Land zur Verfügung. Die medizintechnische Ausstattung der Polizeihubschrauber beschränke sich laut Antwort der Landesregierung daher auch nur auf einen Erste-Hilfe-Kasten je Hubschrauber. Saalfeld weist in diesem Zusammenhang auf ein „Überangebot“ an Rettungshubschraubern im Umfeld der Polizeihubschrauber hin: „Auf 40 Kilometer Luftlinie stehen momentan sechs Hubschrauber für medizinische Einsätze zur Verfügung, damit ist der Landkreis Rostock Anwärter auf den Titel der höchsten Rettungshubschrauberdichte Deutschlands“, so Saalfeld.

Die überschaubare Leistungsbilanz der Polizeihubschrauberstaffel rechtfertigt nach Meinung der Grünen nicht die hohen Kosten von rund 1,5 Million Euro jährlich (700.000 Euro Unterhalt plus Personal- und Investitionskosten). „Diese Regierung spart nicht nur am falschen Ende, sondern gibt auch am falschen Ende Geld aus. Ein pfiffiger Innenminister könnte das gleiche Leistungsangebot durch Kooperationen für einen Bruchteil der Kosten realisieren“, so Saalfeld abschließend.

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