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Prähospitalzeit in Baden-Württemberg hat sich verlängert

29.08.2018, 10:06 Uhr

Foto: K. von Frieling

SQR-BW legt Qualitätsbericht für 2017 vor


Die Prähospitalzeit im Südwesten hat sich 2017 gegenüber dem Vorjahr in manchen Rettungsdienstbereichen zwar etwas verlängert, primär geeignete Zielkliniken werden nun aber wesentlich häufiger angefahren als früher. Das geht aus dem Qualitätsbericht hervor, der jetzt von der Stelle zur trägerübergreifenden Qualitätssicherung im Rettungsdienst Baden-Württemberg (SQR-BW) für das Jahr 2017 vorgelegt wurde. Die SQR-BW führt die längere Prähospitalzeit aber nicht auf mangelnde Leistungsfähigkeit des Rettungsdienstes zurück, sondern auf Unterschiede in der Infrastruktur der jeweiligen Rettungsdienstbereiche. Patienten mit Tracerdiagnosen wie Myokardinfarkt oder Apoplexie würden in etwa drei Viertel der Fälle die geeignete Zielklinik innerhalb der in den Leitlinien geforderten ersten Stunde erreichen. Bei polytraumatisierten oder reanimierten Patienten gelinge dies aber deutlich seltener, was aber teilweise auch auf die aufwendigen und intensiven medizinischen Maßnahmen am Einsatzort zurückzuführen ist.

Durchschnittlich dauert es laut SQR-BW in 50% aller Einsätze etwas mehr als 2 Minuten, bis das erste Rettungsmittel alarmiert wird. Zeiten von 5 Minuten und mehr kämen bei etwa jedem 20. Einsatz vor. Die Ausrückzeit beträgt in 95% aller Fälle weniger als 3 Minuten beim Notarzt, beim RTW weniger als 2 Minuten. Ihren Einsatzort erreicht haben die Rettungsmittel in 50% der Fälle nach 6 Minuten. Dennoch gäbe es Rettungsdienstbereiche, in denen sich diese Zeit in bis zu 95% aller Einsätze verdoppeln kann, einige verzeichnen sogar Fahrzeiten bis zu 17 Minuten. Die Dispositionsqualität hat sich gegenüber dem Vorjahr um fast 4% verbessert: In über 80% der Fälle stimme das von der Leitstelle vergebene Einsatzstichwort mit der tatsächlichen Situation am Einsatzort überein.

Insgesamt rückte der Rettungsdienst in Baden-Württemberg 2017 mehr als 2 Mio. Mal aus. Davon entfielen rund 280.000 Einsätze auf notarztbesetzte Rettungsmittel, mehr als eine Million auf RTW und rund 760.000 auf KTW. Insgesamt verbessert haben sich laut SQR-BW die Verfahren zur Generierung von Daten: „Dies war vor allem nochmals bei Leitstellen- und Notarztdaten der Fall.“ Künftig werde man verstärkt daran arbeiten, auch die Gewinnung von RTW-Daten, dem am häufigsten eingesetzten Rettungsmittel, zu optimieren. (POG)

Der Jahresbericht kann hier heruntergeladen werden.

Ein Interview mit dem Leiter der SQR-BW, Dr. Torsten Lohs, lesen Sie im Sonderheft RETTUNGSDIENST-Managament.

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