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Reanimationsunterricht in der Schule

13.06.2016, 10:50 Uhr

Foto: H. Scholl

Saarland startet Pilotprojekt

Wie die „Saarbrücker Zeitung“ in ihrer Ausgabe vom vergangenen Samstag berichtete, wird auf eine Initiative der Piratenpartei vom 11. November 2015 im Landtag des Saarlandes ab dem kommenden Schuljahr an bis zu 22 Gemeinschaftsschulen, Gymnasien und Förderschulen in den Klassen 7 bis 9 der Unterricht in der Reanimation eingeführt. Die Wiederbelebung soll als Pflichtstoff in die Lehrpläne aller weiterführenden Schulen im Saarland aufgenommen werden, womit in mindestens zwei Unterrichtsstunden pro Schuljahr die Reanimation in der 7. Klassenstufe gelernt und in den folgenden Klassenstufen wiederholt werden soll. Grundlage für die Einführung des Reanimationsunterrichts an den saarländischen Schulen ist eine Empfehlung der Kultusministerkonferenz an die Bundesländer. Für das kommende Schuljahr ist eine Pilotphase angedacht, zu der sich die Schulen erst einmal auf freiwilliger Basis anmelden können. Im Anschluss findet eine Evaluierung und Optimierung des Unterrichtes statt, dem dann die verpflichtende Teilnahme aller Schulen im Saarland folgen soll.

Die notwendigen theoretischen und praktischen Maßnahmen der Wiederbelebung sollen von in Erste Hilfe ausgebildeten Lehrern vermittelt werden, deren Unterweisung nicht älter als zwei Jahre sein darf. Laut dem Bildungsministerium sollen keine weiteren Lehrer eigens für den Unterricht ausgebildet werden. Die bereits als Ersthelfer ausgebildeten Lehrer bekommen eine spezielle Schulung durch die Hilfsorganisationen (ASB, DLRG, DRK, JUH, MHD), die in Gruppen mit bis zu 16 Lehrkräften in den Schulen oder im Landesinstitut für Pädagogik und Medien in Saarbrücken stattfinden soll. Derzeit wird in Kooperation zwischen dem Landesinstitut und den Hilfsorganisationen ein Lehrplan entwickelt, der Herzdruckmassage und Beatmung ebenso beinhalten soll wie anatomische und juristische Grundlagen sowie die Notrufabgabe. Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (Saar) begrüßt dieses anspruchsvolle Vorhaben in der Ersten Hilfe und damit der Optimierung der von Prof. Friedrich-Wilhelm Ahnefeld bereits 1967 definierten Rettungskette.

Jasmin Maurer, Bildungspolitische Sprecherin der Saar-Piraten, verfolgt das Ziel, dass die Erste Hilfe bereits in der Grundschule eingeführt werden soll, da Notrufe auch von jüngeren Kindern abgesetzt werden können. Dazu gab es seit 1998 bereits zahlreiche Initiativen und Projekte im Saarland (RETTUNGSDIENST berichtete mehrfach), die allerdings auf freiwillige Einzelinitiativen beschränkt blieben. Wie das Bildungsministerium mitteilte, werde über eine Erweiterung des Erste-Hilfe-Unterrichtes für die unteren Klassenstufen in der Grundschule derzeit allerdings nicht nachgedacht. (Scholl)

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