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Rega will nachts und bei jedem Wetter fliegen

04.01.2018, 12:47 Uhr

Foto: Rega

Luftrettungsorganisation hat Ausnahmebewilligung für IFR-Anflüge erhalten


Aktuell könnten in der Schweiz rund 600 Patienten pro Jahr aufgrund von schlechtem Wetter nicht aus der Luft versorgt werden. Bereits seit Längerem arbeiten deshalb u.a. die Rettungsflugwacht Rega, die Luftwaffe und das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) gemeinsam an der Inbetriebnahme des sog. Low Flight Network (LFN). Dieses schweizweite Netz verbindet auf der Grundlage von Satellitennavigation Flugplätze, Spitäler und Einsatzbasen der Rega miteinander – der Helikoptereinsatz im Instrumentenflugverfahren (IFR) soll damit auch bei schlechter Sicht möglich sein, da der Autopilot nach einer im Flugrechner gespeicherten Route fliegen kann.

Dank des LFN kann die Rega bereits Standorte wie die Militärflugplätze Emmen und Meiringen sowie das Inselspital Bern auch im Instrumentenflugverfahren ansteuern. Jedoch war der Flugwacht dies bislang nur innerhalb der entsprechenden Betriebszeiten gestattet. Zum 23. Dezember 2017 hat die Rega eine Ausnahmebewilligung des BAZL erteilt bekommen, die dies auch abends ab 17 Uhr und am Wochenende ermöglichen soll. Man gehe davon aus, dass dadurch jährlich rund 300 Patienten mehr von der Luftrettung profitieren könnten. Die neue Regelung soll es Helikoptern der Flugwacht u.a. erlauben, die Nord-Süd-Route über den Gotthardpass auch während der Nachtflugsperre zu nutzen. Beispielsweise bedeute dies für Tessin eine bessere Anbindung an das Luzerner Kantonspital, in das komplexe Fälle wie Frühgeburten verlegt werden müssen. In näherer Zukunft soll die Nutzung des gesamten LFN auch bei Nacht möglich sein. Zudem ist geplant, weitere Spitäler und Regionen an das Netzwerk anzuschließen, darunter die Kantonspitäler in Luzern und Interlaken sowie das Engaldin. Auch für die Regionen Zentralschweiz und Berner Oberland bedeuteten diese Maßnahmen eine Verbesserung der medizinischen Versorgung aus der Luft.

Stumpf + Kossendey Verlag, 2020
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