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Rettungsdienst in Baden-Württemberg verschlechtert sich noch weiter

01.09.2016, 19:27 Uhr

Foto: R. Schnelle

Trotz 20 zusätzlicher RTW und NEF

Wenn in einer Pressemitteilung zur Hilfsfrist-Bilanz die ersten beiden Absätze darauf verwendet werden, die Investitionen zu thematisieren, die ein Land für den Ausbau der rettungsdienstlichen Versorgungsstrukturen aufgebracht hat, ist Schlimmes zu befürchten. Dass es das baden-württembergische Ministerium für Inneres, Digitales und Migration allerdings nicht einmal schafft, in der besagten Pressemitteilung vom heutigen Tage einen Durchschnittswert für das Land anzugeben, trübt die Aussichten noch mehr. Denn die Zahlen sind weiterhin ernüchternd. Das ersteintreffende Rettungsmittel (RTW oder NEF) kam im südwestlichen Bundesland im Jahr 2014 noch in 93,8% der Fälle innerhalb 15-Minuten-Frist am Einsatzort an. Für das vergangene Jahr sank die Zahl auf 93,3%. Notärzte erreichten im Jahr 2014 den Patienten noch in 92,3% innerhalb dieser Zeit, im Jahr 2015 nur noch in 90,6%.

In den von der Stelle zur trägerübergreifenden Qualitätssicherung im Rettungsdienst Baden-Württemberg (SQR-BW) vorgelegten Zahlen ist der Rettungsdienstbereich Heilbronn mit 88,6% Schlusslicht in der RTW/NEF-Bilanz. Bester Bereich ist mit 96,0% Göppingen. Bei den Notärzten ist der Rettungsdienstbereich Waldshut mit nur 81,0% abgeschlagen, bester Bereich ist hier Esslingen mit 96,3%. Das alles, obwohl Baden-Württemberg im vergangenen Jahr weitere 20 RTW und NEF in Betrieb genommen hat. Auch die Zeiten, in denen RTW und Notärzte einsatzbereit zur Verfügung standen, wurden aufgestockt: von 1.217.921 auf 1.306.882 Stunden beim Notarzt und von 2.702.951 auf 2.847.692 Stunden bei den RTW. Dass diese Verbesserungen sich nicht positiv auf die Hilfsfristen ausgewirkt haben, liegt laut Innenministerium an den „erneut enorm gestiegenen Einsatzzahlen“. So sei die Zahl der RTW-Einsätze um 7,8% (75.000 Einsätze) und bei den Notärzten sogar um 10,8% (27.600 Einsätze) gestiegen.

Stumpf + Kossendey Verlag, 2020
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