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Rettungsdienst und ärztlicher Bereitschaftsdienst arbeiten zusammen

15.03.2018, 16:18 Uhr

Foto: S. Greiber/Johanniter

Weiteres Telemedizin-Pilotprojekt in Niedersachsen


Am 1. Juli 2018 startet in den niedersächsischen Gemeinden Lemwerder und Ganderkesee sowie in der Stadt Delmenhorst – also in unmittelbarer räumlicher Nähe des Gebietes, in dem auch der Einsatz der Gemeindenotfallsanitäter getestet werden soll (wir berichteten hier) – ein Pilotprojekt zur telemedizinischen Unterstützung des Bereitschaftsdienstes. Zu Patienten, die am Wochenende von freitags, 21.00 Uhr, bis montags, 7.00 Uhr, beim Bereitschaftsdienst anrufen, fährt ein speziell ausgebildeter Johanniter-Mitarbeiter. Dieser Rettungsassistent, Notfallsanitäter oder Krankenpfleger nimmt eine erste Untersuchung vor und kontaktiert bei Bedarf per Telemedizin den Bereitschaftsarzt, kann Vitaldaten übermittelt oder eine Video-Übertragung aufbauen. Falls der Arzt bei der Untersuchung entscheidet, dass eine Einweisung ins Krankenhaus notwendig ist, wird der örtliche Rettungsdienst gerufen.

Ziel des neuen Projekts ist es, die medizinische Versorgung der Menschen vor dem Hintergrund der abnehmenden Zahl an Hausärzten auch weiterhin in der gewohnten Qualität aufrechtzuerhalten oder sogar zu verbessern. Die Organisatoren gehen davon aus, dass 85% aller Patienten zuhause behandelt werden können. Zurückgegriffen wird dabei auf Erfahrungen, die am Klinikum Oldenburg im Zusammenhang mit der Offshore-Rettung gesammelt wurden. Die Probephase dauert zunächst ein halbes Jahr. Die Kassenärztlichen Vereinigungen hätten bereits Interesse signalisiert, die Idee auch in anderen Bundesländern zu realisieren. Gefördert wird das Projekt „116117 – neues Versorgungsmodell für den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst mit telemedizinischer Unterstützung von Gesundheitsfachkräften“ vom Amt für regionale Landesentwicklung mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

Stumpf + Kossendey Verlag, 2020
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