S+K Verlag
Der einzige Fachverlag für
Notfallmedizin in Deutschland.
Bücher, Zeitschriften und Nachrichten
rund um das Thema Rettungsdienst.

Rettungsdienste sollen sich auf Ebola-Sonderlagen vorbereiten

12.11.2014, 10:59 Uhr

Foto: R.-D. Erbe

Ausbreitung in Deutschland aber praktisch ausgeschlossen

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hatte Vertreter von Kommunen, Rettungsdiensten und Verbänden am 9. und 10. November zu einem „Sonderforum Gesundheitlicher Bevölkerungsschutz“ nach Bad Neuenahr-Ahrweiler eingeladen. Das Risiko einer Einschleppung von Ebola nach Deutschland und der Umgang mit Verdachtsfällen wie auch die Behandlung der Erkrankung waren die Themen dieser Veranstaltung. Rund 300 Vertreter der am Gesundheitsdienst beteiligten Organisationen konnten den aktuellen Stand der Gefährdungslage und Schutzmaßnahmen erfahren. Zentrale Frage war, wie Rettungs- und Einsatzkräfte im Verdachtsfall und beim Transport Erkrankter reagieren sollen.

Eine Ausbreitung in Deutschland sei praktisch ausgeschlossen, sagte Lars Schaade, Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts. Ebola sei nicht über die Luft übertragbar, außerdem seien Patienten während der vergleichsweise langen Inkubationszeit nicht ansteckend. „Das sind alles Faktoren, die eine Eingrenzung möglich machen.“ Wichtig sei, Kontaktpersonen zu ermitteln und diese dann zu untersuchen. Deutschland sei gut vorbereitet. Es gibt sieben Sonderisolierstationen. Jetzt soll ein Ebola-Impfstoff zum ersten Mal in Deutschland an Menschen erprobt werden. Es werden aber mehr Ebola-Verdachtsfälle erwartet. Experten rechnen in den kommenden Monaten mit einer steigenden Zahl in Deutschland. Zum einen kommen deutsche Helfer aus Westafrika zurück, zum anderen beginne die Grippesaison, sagte der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Christoph Unger.

Zu den Themenbereichen „Klinische und seuchenhygienische Maßnahmen“, „Psychosoziales Krisenmanagement“, „PSA, Arbeits- und Versicherungsschutz“ wurden sechs Pinnwände füllende Fragen und Anregungen gesammelt und in Workshops konnte dazu mit den Experten diskutiert werden. Durch die Teilnahme aller an der Versorgungskette Beteiligten bei dieser Veranstaltung, war ein interdisziplinärer Erfahrungsaustausch sehr gut möglich. Die zuständigen örtlichen Gesundheitsbehörden müssen sich besser vorbereiten, Erreichbarkeiten sicherstellen. Es war aber auch zu erfahren, wie personalschwach diese Ämter aufgestellt sind. Alle Rettungsdienste müssen sich auf solche Sonderlagen vorbereiten. Das betrifft natürlich nicht nur Ebola, das derzeit stellvertretend für jeden Umgang mit hochkontagiösen Erkrankungen steht. Viele Unsicherheiten gibt es zur richtigen PSA und deren Anwendung sowie dem Auskleiden und der vorher erforderlichen Dekontamination. Und da müssen einige wohl noch sehr viel nachholen mit entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen, richtiger und passgenauer PSA und dem notwendigen Einsatztraining.

Stumpf + Kossendey Verlag, 2020
KontaktRSS Datenschutz Impressum