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Rettungshubschrauber für Kaiserslautern

20.01.2011, 15:53 Uhr

Fotos: H. Scholl

Bürgerinitiative „Christoph Kaiser“ gegründet

Gestern wurde die Bürgerinitiative „Christoph Kaiser“ im großen Hörsaal des Fraunhofer Instituts Experimentelles Software Engineering (IESE) in Kaiserslautern gegründet. Ziel ist die Stationierung eines Rettungshubschraubers (RTH) am Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern (WKK), wodurch die Versorgung von Notfallpatienten in ländlichen Regionen in der Westpfalz und im Pfälzerwald verbessert werden soll. Vier der fünf rheinland-pfälzischen Notfallmedizinischen Zentren in Koblenz, Ludwigshafen, Mainz und Wittlich (Raum Trier) verfügen über einen RTH, nur am fünften Notfallmedizinischen Zentrum in Kaiserslautern ist kein RTH stationiert. Lediglich während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war kurzzeitig für ca. zweieinhalb Wochen ein RTH mit dem Rufnamen „Christoph Kaiser“ an der Hauptfeuerwache Kaiserslautern stationiert und flog 72 Rettungseinsätze größtenteils in ländlich strukturierten Räumen.

Prof. Dr. Christian Madler, Chefarzt für Anästhesiologie und Notfallmedizin am WKK, führte in einem Interview mit der Zeitung „Die Rheinpfalz“ aus, dass zwei der vier RTH in Rheinland-Pfalz nämlich in Ludwigshafen und Wittlich zu den meist beschäftigten RTH in der Bundesrepublik gehören und an ihre Kapazitätsgrenzen geraten würden. Darüber hinaus würde das Wetter den umliegenden RTH operationelle Grenzen setzen. Auch der Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums, Peter Förster, befürwortete die Stationierung eines RTH an seinem Haus der Maximalversorgung.

Am Deutschen Zentrum für Notfallmedizin und Informationstechnologie (DENIT) des Fraunhofer-IESE wird im Frühjahr dieses Jahres im Auftrag des Ministeriums des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz eine Studie gestartet, in deren Rahmen die Verfügbarkeit, der Ausfall wegen Wetter und technischer Probleme sowie die Überschreitung von Flugzeiten der RTH analysiert werden. Die Studie wird einen Zeitraum von ca. einem Jahr umfassen. Bis allerdings alle Detailfragen geklärt seien, würden insgesamt zwei Jahre vergehen, woran sich noch die Bewertung und Entscheidung der Politik anschließen, wie der Projektleiter Medizin am Fraunhofer-IESE, Dr. Thomas Luiz, berichtete. Darüber hinaus wurde durch das DENIT eine Software für Rettungsleitstellen (RLS) entwickelt, mit deren Hilfe Daten unter anderem hinsichtlich des Einsatzes der verschiedenen Rettungsmittel, der Einsatzorte und der Transportzeiten ermittelt werden können. Auch die Vernetzung der RLS in Rheinland-Pfalz sei inzwischen soweit vorangeschritten, dass eine lückenlose Kommunikation untereinander möglich sein wird. (Scholl)

Weitere Informationen: www.rheinpfalz.de

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