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Sachverständigenrat diskutierte Gutachten zum Gesundheitswesen

27.09.2018, 15:02 Uhr

Foto: K. von Frieling

Symposium in Berlin präsentierte zentrale Analysen und Empfehlungen


Am gestrigen Mittwoch wurden im DBB-Forum in Berlin zentrale Analysen und Empfehlungen des am 2. Juli veröffentlichten Gutachtens des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen im Rahmen des Symposiums „Bedarfsgerechte Steuerung der Gesundheitsversorgung“ vorgestellt. In Vertretung des eigentlich vorgesehenen Bundesgesundheitsministers Jens Spahn sprach Dr. Ulrich Orlowski, Abteilungsleiter „Gesundheitsversorgung, Krankenversicherung“ im Bundesministerium für Gesundheit, vor 450 Gästen das Grußwort. Am Vormittag standen zunächst die Weiterentwicklung der Krankenhausplanung und -finanzierung sowie die Überwindung der Grenzen an der ambulant-stationären Schnittstelle im Fokus der Vorträge und der anschließenden Diskussionsrunde. Am Nachmittag präsentierten die Ratsmitglieder ihre Gutachtenergebnisse zu möglichen Instrumenten zur Steuerung der Patientenwege. Dabei ging es aber vor allem um klinische Aspekte, der Rettungsdienst spielte bei den Überlegungen kaum eine Rolle.

Die Vorschläge zur Neugestaltung der Notfallversorgung, die der Rat in einer ersten Entwurfsfassung bereits bei einem Werkstattgespräch im September 2017 vorgestellt hatte und die in der Zwischenzeit Eingang in den Koalitionsvertrag gefunden haben, sorgten erneut für eine Diskussion. Besonders prägnant formulierte Prof. Dr. Rajan Somasundaram, Ärztlicher Leiter der zentralen Notaufnahme am Charité-Campus Benjamin Franklin, den Stand der Dinge: „Die Medizin lebt im Zeitalter minus 4.0.“ Dass Menschen sich im Geflecht des Gesundheitssystems nicht zurechtfinden, so Somasundaram, sei nachvollziehbar: „Lassen Sie uns den Patienten nicht vorwerfen, dass sie zu uns gekommen sind.“ Vielmehr sei es die Aufgabe der Institutionen, den für den Patienten jeweils richtigen Weg aufzuzeigen.

Der Sachverständigenrat wird Gutachteninhalte, die schwerpunktmäßig die Länder betreffen, erstmals bei vier Regionalkonferenzen auf Länderebene vorstellen und mit gesundheitspolitischen Vertretern der Länder diskutieren. Die Termine hierfür sind der 19. Oktober (Frankfurt am Main), der 29. Oktober (Hamburg), der 14. November (Halle/Saale) und der 27. November 2018 (Düsseldorf). Anmelden kann man sich auf der Seite des SVR. Dort kann man sich auch die Vorträge des Symposiums herunterladen.





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