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Schichtausfälle im Rettungsdienst in Rottweil und Freudenstadt

20.08.2019, 11:35 Uhr

R. Schnelle

Landkreise wollen Attraktivität des Berufsbildes stärken


Der Abgeordnete Daniel Karrais der Fraktion FDP/DVP sowie sein Parteikollege Timm Kern haben eine Kleine Anfrage an den Landtag Baden-Württemberg zur Personalsituation bei den Rettungsdiensten im Landkreis Rottweil und Freudenstadt gestellt. Aus den Antwortschreiben geht hervor, dass zurzeit in Rottweil bis zu 7 Personalplanstellen von insgesamt 84 Stellen für Notfallsanitäter bzw. Rettungssanitäter nicht ständig besetzt sind. Dies entspricht 8,3%. Im Landkreis Freudenstadt hingegen sind 4 von 73 Stellen nicht besetzt (5,5%). In der ersten Jahreshälfte konnte in Rottweil keine der offenen Stellen besetzt werden. Im Oktober 2019 werden jedoch drei Notfallsanitäter ihre Ausbildung beim DRK-Kreisverband abschließen. Aufgrund des Personalmangels konnten vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2019 in Rottweil 26 von insgesamt 3.468 Schichten für RTW und NEF nicht besetzt werden. Dies entspricht einer Quote von 0,75%. Im Rettungsdienstbereich Freudenstadt sind im gleichen Zeitraum fünf von insgesamt 4.163 Schichten entfallen. Dies entspricht einer Quote von 0,1%.

Für die Notfallversorgung stehen in Rottweil acht RTW für 138.327 Bürger zur Verfügung. Sechs davon an 365 Tagen rund um die Uhr. Zudem stehen drei Notarzteinsatzfahrzeuge ebenfalls rund um die Uhr bereit. Im Landkreis Freudenstadt werden sechs RTW täglich rund um die Uhr sowie zusätzlich zwei RTW täglich zwischen 6.00 Uhr und 21.00 Uhr eingesetzt.

Um den Personalmangel zu beheben, haben beide Landkreise die gleiche Strategie:
Seit Inkrafttreten des Notfallsanitätergesetzes wurden die Ausbildungskapazitäten aufgestockt. Außerdem habe das Land Baden-Württemberg das Bundesministerium für Gesundheit gebeten, eine eigenständige, rechtssicher eingegrenzte Heilkundekompetenz in der Berufsausübung zu prüfen. Zudem sollen mehr simulationsgestützte Trainingsangebote in der praktischen Notfallsanitäter-Ausbildung eingesetzt werden. Des Weiteren sei im Anwendungsbereich des DRK-Reformtarifvertrages für Notfallsanitäter die neue Entgeltgruppe 9c eingeführt worden, in die auch Berufsanfänger unmittelbar nach der Berufsausbildung eingruppiert werden.

In den Anfragen wurden neben Fragen zur Personalsituation auch Fragen zur Hilfsfrist gestellt. So wurde im Rettungsdienstbereich Rottweil die 15-Minuten-Hilfsfrist für das ersteintreffende Rettungsmittel (RTW oder NEF) im Jahr 2018 in 96% der Fälle eingehalten, die notärztliche Hilfsfrist in 93,7% der Fälle. Im Rettungsdienstbereich Freudenstadt hingegen wurde die Hilfsfrist für das ersteintreffende Rettungsmittel in 92,3% der Fälle eingehalten, die notärztliche Hilfsfrist in 90,4%.

Stumpf + Kossendey Verlag, 2019
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