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Seenotretter jetzt mit eigenem Stationsgebäudeim Hafen von Sassnitz

22.11.2010, 09:41 Uhr

Fotos: DGzRS

Neue Räume für Werkstatt, Lager, Weiterbildung und Unterkunft

Im Hafen von Sassnitz auf Rügen hat die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am 19. November 2010 ein Stationsgebäude für die Besatzung des Seenotkreuzers Wilhelm Kaisen eingeweiht. Gerhard Harder, Vorsitzer des Rettungswerks, begrüßte die Gäste mit den Worten: „Seenotretter fühlen sich nun mal auf dem Wasser am wohlsten. Dennoch brauchen auch sie gelegentlich festen Boden unter den Füßen und ein schützendes Dach über dem Kopf. Dies ist hier mit unserem neuen Gebäude nunmehr gewährleistet. Zugleich können wir mit der Baumaßnahme eine Lücke im dichten Netz unserer Stationsgebäude an Nord- und Ostseeküste schließen.“

Mit dem neuen Gebäude sind in Sassnitz auf 130 m2 Grundfläche angemessene Räumlichkeiten an Land geschaffen worden, z.B. für Besprechungen, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen und Zusammenkünfte der Seenotretter sowie für kleinere Wartungs- und Reparaturarbeiten. Außerdem finden die Lagerräume für die technische Ausrüstung der Station, eine Küche, Duschen sowie Sanitär- und Schlafräume genügend Platz. Darüber hinaus dient es der Besatzung der Nachbarstation Greifswalder Oie als Unterkunft, wenn aus betriebs- oder wetterbedingten Gründen der Seenotkreuzer Eugen die Station verlassen muss und der angestammte Liegeplatz nicht zur Verfügung steht. Im Verlauf seiner Rede verwies Gerhard Harder darauf, dass der Bau ausschließlich durch Spenden und freiwillige Zuwendungen finanziert worden sei – wie die gesamte Arbeit der DGzRS. Harder dankte insbesondere der Erna-Geffe-Stiftung, die dank großzügiger Zuwendung maßgeblich zur Finanzierung des Stationsgebäudes beigetragen hat.


Sassnitz zählt zu den ältesten Stationen der DGzRS. Bereits 1866 – zunächst in Neu Mukran, ab 1873 dann in Sassnitz – wurden hier Raketenapparate zur Herstellung von Leinenverbindungen zu havarierten Schiffen eingesetzt. 1912 kam das Motorrettungsboot „Dr. Alfred von der Leyen“ zum Einsatz. Im 2. Weltkrieg ging die Station zunächst verloren. Ab 1953 wurden vom Seenotrettungsdienst der DDR die Seenotkreuzer „Arkona I“ und später „Arkona II“ stationiert. 1990 wurde in Sassnitz im Zuge der Wende zunächst der 19-m- Seenotkreuzer G. Kuchenbecker der DGzRS stationiert. 1992 wurde der 27-m-Neubau Arkona getauft und in Dienst gestellt und 2003 von der 44 Meter langen Wilhelm Kaisen abgelöst. Derzeit entsteht der Nachfolger: ein 36 Meter langer Seenotkreuzer, der 2012 getauft und in Sassnitz in Dienst gestellt werden soll.

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