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Seilbahn-Evakuierung im Engadin

10.04.2012, 09:38 Uhr

Foto: SAC Bernina

Rega und SAC beteiligen sich

Am Ostersonntag mussten 75 Personen aus der Diavolezza-Seilbahn evakuiert werden. Der Diavolezza (2.978 Meter) ist ein Berg in Graubünden in der südöstlichen Schweiz und durch die Kabinenseilbahn ganzjährig erschlossen. Die Talstation befindet sich auf 2.093 Metern Höhe. Aufgrund eines technischen Defektes stand die Seilbahn am Ostersonntag gegen 11.00 Uhr still. Aus noch ungeklärter Ursache war sie unterhalb der Bergstation blockiert. Die Passagiere der steckengebliebenen Gondel, vor allem Skifahrer, unter denen sich auch mehrere Kinder und ältere Menschen befanden, bewahrten Ruhe. Beteiligte berichteten, dass glücklicherweise keine Panik ausbrach.

Drei Retter des Schweizer Alpen-Clubs, SAC, Rettungsspezialisten Helikopter, und ein Angestellter der Seilbahn wurden zur Kabine geflogen. Sie bereiteten die Passagiere unverzüglich für die Evakuierung vor. Anschließend wurden die 75 Menschen unter Einsatz von vier Helikoptern aus ihrer misslichen Lage befreit. Es wurden Retter zur Gondel geflogen, die dann jeweils drei bis vier Personen aufwinschen konnten und sie am Seil hängend wegflogen. SAC-Retter sowie die Rega-Crew nahmen diese am Boden in Empfang. Der Rega-Notarzt betreute sie medizinisch und stellte keine Notwendigkeit für weitere Behandlungen fest. Zu keinem Zeitpunkt waren die Passagiere gefährdet. Bei der Rettungsaktion, die sich über zwei Stunden hinzog, wurde niemand verletzt. Unterstützend war das gute Wetterfenster, denn die Verhältnisse verschlechterten sich anschließend wieder. Die mehr als 30 Jahre alte Seilbahn war in der vorigen Saison modernisiert worden. Dabei wurden unter anderem ein neuer Antrieb und ein neuer Motor installiert.

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