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Sind viele Notfalleinsätze überflüssig?

21.02.2004, 08:00 Uhr

Foto: mps/Feuerwehr Müllheim

"Mit Blaulicht zum Bluterguss" titelt der Spiegel. "Fahren Sie langsam, Sie haben es eilig" forderte IM EINSATZ im August 2003.

Unter der Überschrift "Mit Blaulicht zum Bluterguss" veröffentlichte die Wochenzeitschrift "Der Spiegel" in ihrer aktuellen Ausgabe einen Artikel zur Abrechnungspraxis von Krankentransport- und Rettungdienst-Organisationen. Im Fokus des Beitrags steht dabei die Feuerwehr Hamburg. Deren Einsatzberichte würden sich manchmal lesen "wie der Tageskalender eines Landarztes": Augenreizungen, Durchfall, Daumenquetschungen und Kniebeschwerden. Auch Fingerbrüche oder ein umgeknickter Fuß würden bereits genügen, damit sich ein Notfallteam in Bewegung setze. Die Einsatzfahrten dorthin würden dann aber behandelt und vor allem auch abgerechnet werden wie Notfalleinsätze, mit Blaulicht und Martinshorn. Der Grund dafür liege im lukrativeren Geschäft, das mit Rettungsdienstfahrten im Vergleich zu Krankentransporten zu machen sei: Für Ersteres würden zwischen 200 und 550 Euro berechnet, für Letzteres dagegen nur 40 bis 150 Euro.

 

Krankenkassen würden jetzt prüfen, ob es sich dabei um Fälle von Abrechnungsbetrug handele. Bei Stichproben der Techniker Krankenkasse war nach Angaben des "Spiegel" gut ein Drittel der Fahrten zweifelhaft. Hochgerechnet würde das eine Schadenssumme in dreistelliger Millionenhöhe ergeben. Auch in Berlin sei diese Praxis keine Ausnahme. Darauf weist auch Artikel in der Hauptstadt-Zeitung "Der Tagesspiegel" hin, der am Montag zum selben Thema erschienen ist.

 

Dabei seien, wie es im "Spiegel" heißt, "unnütze Fahrten mit Blaulicht nicht nur teuer, sondern auch gefährlich". Mit Verweis auf den Artikel "Fahren Sie langsam, Sie haben es eilig" in der August-Ausgabe unserer Zeitschrift IM EINSATZ wird nochmals erwähnt, dass das Risiko, während einer Einsatzfahrt schwer verletzt zu werden, achtmal höher ist als bei normalen Krankenfahrten ohne Martinshorn.

 

Hier finden Sie den IM EINSATZ-Artikel aus der August-Ausgabe.

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